Das sieht der neue Corona-Aktionsplan vor

| | Balearen, Spanien |
Das spanische Gesundheitsministerium und die Regionen haben sich auf einen Maßnahmenkatalog geeinigt.

Das spanische Gesundheitsministerium und die Regionen haben sich auf einen Maßnahmenkatalog geeinigt.

Foto: Moncloa

Das spanische Gesundheitsministerium und die Regionen des Landes, darunter auch Mallorca, haben sich auf einen Corona-Maßnahmenkatalog geeinigt. Dieser sieht auch eine Sperrstunde ab 23 Uhr für Bars und Geschäften in Gebieten mit hoher Corona-Inzidenz vor. Zudem sollen Anwohner ihre Häuser nur verlassen, "wenn es wirklich nötig ist".

So sehen es die "Koordinierten Maßnahmen zur Kontrolle der COVID-19-Übertragung" vor, die vom Interterritorialen Rat des Nationalen Gesundheitssystems (SNS) unter Vorsitz des Gesundheitsministers, Salvador Illa, und der Ministerin für Territorialpolitik, Carolina Darias, am Donnerstag gebilligt wurden.

Demnach besteht ein hohes Infektionsrisikop vor allem bei Treffen mit Familienangehörigen und Freunden, eine Begrenzung der Personenanzahl bei diesen Gelegenheiten wird daher als "wirksam" angesehen. Empfohlen wird zudem, sich in "sozialen Blasen", das heißt in gleichbleibenden Gruppierungen, aufzuhalten.

Einrichtungen, in denen eine angemessene Belüftung und die Einhaltung von Präventions- und Hygienemaßnahmen nicht gewährleistet werden können, sollen gegebenenfalls geschlossen werden.

Über die Anwendung der Maßnahmen entscheiden die einzelnen Regionen, sie müssen das Gesundheitsministerium vor der Umsetzung ihrer Schritte informieren.

So wird das Risiko berechnet

Der Maßnahmenkatalog sieht zwei Kriterien mit bis zu fünf Risikostufen vor (neue Normalität, niedrig, mittel, hoch und extrem).

Kriterium 1 - der Übertragungsgrad. Er wird anhand von sechs Indikatoren berechnet: die kumulative Inzidenz pro 100.000 Einwohner in 14 und in sieben Tagen; dieselbe kumulative Inzidenz, jedoch bezogen auf die Bevölkerung über 65 Jahre; der Prozentsatz positiver Tests und der Prozentsatz der Fälle, die sich rückverfolgen lassen.

Kriterium 2- die medizinischen Kapazitäten. Gemessen wird hier die Belegung von Covid-Betten und von Intensivstationen.

Beiden Kriterien wird eins der folgenden vier Risikoniveaus zugeordnet.

Neue Normalität: kumulative Inzidenz von weniger als 25 Infektionen in 14 Tagen.

Niedriges Risiko: kumulative Inzidenz von 20 bis 50 Infektionen in 14 Tagen, 3 bis 5 Prozent positive Tests, Belegung der Intensivstationen bei 5 bis 10 Prozent

Mittleres Risiko: kumulative Inzidenz von 51 bis 150 Infektionen in 14 Tagen, 6 bis 10 Prozent positive Tests, Belegung der Intensivstationen bei 11 bis 15 Prozent

Hohes Risiko: kumulative Inzidenz von 151 bis 250 Infektionen in 14 Tagen, 11 bis 15 Prozent positive Tests, Belegung der Intensivstationen bei 16 bis 25 Prozent

Extremes Risiko: kumulative Inzidenz von über 250 Infektionen in 14 Tagen (bei über 65-Jährigen sinkt diese Quote auf 125), über 15 Prozent positive Tests, Belegung der Intensivstationen bei über 25 Prozent.

Diesen Riskoniveaus entsprechen mehrere Warnstufen, die mit diversen Maßnahmen verbunden sind.

Warnstufe 1:

- Treffen in "sozialen Blasen", das heißt in Gruppen mit gleichbleibender Zusammensetzung, Beschränkung der Personenzahl auf 15. Möglichst Verzicht auf nicht notwendige Reisen außerhalb der eigenen Region.
- Maximal 50 Teilnehmer bei Begräbnissen, Hochzeiten und Taufen, in geschlossenen Räumen sollen nicht mehr als 75 Prozent der Sitzplätze belegt werden, im Freien gelten keine Beschränkungen. Maximal zehn (draußen 15) Personen pro Tisch in Gaststätten, Hotels, Spiehallen etc. Diskotheken bleiben geschlossen.

Warnstufe 2:

- Möglichst Verzicht auf nicht notwendige Reisen außerhalb der eigenen Region.
- Kein Verzehr am Tresen. Gastronomie und Hotellerie müssen die Gästezahl um 50 Prozent reduzieren. Dies gilt auch für die Innenbereiche von Sportanlagen und -zentren. Letztere müssen geschlossen werden, wenn Sicherheit und Belüftung nicht gewährleistet werden können.
- Treffen von maximal zehn Personen. Arbeit möglichst vom Homeoffice aus. Es gilt die Empfehlung, zu Hause zu bleiben.
- Maximal 30 Personen bei Hochzeiten, Bestattungen etc. in Innenräumen zugelassen. Draußen gelten keine Einschränkungen, sofern der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Warnstufe 3:

- Anzahl der Personen bei Treffen und Versammlungen wird auf maximal sechs beschränkt. Für nicht lebensnotwendige Einrichtungen wie Geschäfte und Bars gilt ab 23 Uhr eine Sperrstunde.
- Die Gesundheitsbehörde entscheidet über die Schließung von Gastronomiebetrieben und Hotels beziehungsweise reduziert die Gästekapazität so weit wie möglich.
- Die Wohnung sollte möglichst nicht verlassen werden.
- Bei Feiern wie Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens zehn in geschlossenen und maximal 20 Personen in offenen Räumen begrenzt. Wenn möglich, sollten sie verschoben werden. (mais)

Kommentar

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Majorcus / Vor 1 Monat

@Mallorcajoerg: Das glaube ich nicht - es gibt nur sehr wenige Corona-Experten: #Klaus, Roland, Gloria, FM Parker, Free, äh DOOF, fighter, wala, Olaf Tausch, AFD-Michel, petro m, Maria F., Gunnar, Jose, Alexander, Francesca, schäfflertanz, elena - falls ich einen Troll von Putins-Gehaltsliste vergessen haben: bitte melden! (Man, muß der viel Gas verkaufen ... )

Sieglinde / Vor 1 Monat

Ohhh, wo hin geht dann die Mininsterpräsidentin um sich abzufüllen????

Metti / Vor 1 Monat

Freedingsfighter: dafür haben wir,die Schlafschafe, Leute wie dich, die zu tausendenden auf die Straße gehen und es auch nicht schaffen, das die Maßnamen fallen gelassen werden. Wie zB es Bodo Schiffmann, der HNO Arzt von der Coronainfo- Tour, es den Leuten verspricht: bis Ende Oktober wird er dafür sorgen, das in Deutschland SÄMTLICHE Coronamaßnahmen fallen gelassen werden müßen. Wer lügt da mehr...die Pokitiker,das RKI, oder Bodo?

TheGreatAwaking / Vor 1 Monat

#WirbleibenzuHause Das wird uns jeden Tag 100 mal gesagt und wir sollten es endlich auch befolgen! Natürlich auch nicht zur Arbeit, denn #Arbeitkannunstöten #Verlustrücktrag Wir freuen uns auf Januar und senden den Finanzämtern direkt unseren Jahresabschluss rein und schreiben die Verluste auf 2019. Und schon klingelt die Kasse wieder etwas. Das haben die ganzen Politiker noch gar nicht auf dem Schirm .... Wenn wir alles zu 100% befolgen und packen dann noch einmal die 100% drauf, welche wohl aus versehen vergesen wurden, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Hier in D stecken sich die meisten auf der Arbeit an, also müssen wir zu Hause bleiben um zu überleben.

Mallorcajoerg / Vor 1 Monat

@ #Klaus, Roland, Gloria, FM Parker. Alles sind doof außer sie vier! Früher hatten wir 80 Millionen Bundestrainer jetzt haben wie 80 Millionen Corona-Experten.

Freedomfighter / Vor 1 Monat

Schön ist doch, dass die Spanier wie die BRD so überaus fähige und vertrauenswürdige Politiker, Virologen und Tierärzte haben! So ein Glück für alle Menschen! Man darf nix schlechtes hier schreiben, darum lobe ich mal diese Leute. Hoffentlich wird das wenigstens nicht von der Redaktion zensiert. ;-))

FM Parker / Vor 1 Monat

"Wer dich dazu bringt, Absurditäten zu glauben, bringt dich auch dazu, Ungeheuerlichkeiten zu tun.“ ―Voltaire Ein Blick auf Weißrussland reicht, um zu sehen, dass unsere Maßnahmen absolut überzogen sind...

Gloria / Vor 1 Monat

wenn die Zahlen sinken muss man die Kriterien anheben, damit man weiterhin alles kontrollieren kann.. Wenn 50 pro 100 TSD unterschritten wird macht man halt 25 pro 100 TSD draus und wenn das nicht reicht 12 pro 100 TSD. erst wenn es gar keinen Infizierten länger als 6 Monate gibt denkt man darüber nach die Massnahmen zu lockern = absurd

Roland / Vor 1 Monat

Es wird ja dort immer drastischer. Wo holen die nur immer die Infektionszahlen her? Ich frage mich immer noch wie Coronadaten einheitlich erhoben und verglichen werden können, wenn nicht die ganze Bevölkerung kontinuierlich untersucht wird. Wenn mehr getestet wird, dann steigen zwangsläufig auch die Zahlen der festgestellten Infizierten. Kriterien und Todesursache: Logistisch lässt sich nicht in allen Fällen eine Obduktion durchführen, um die genaue Todesursache herauszufinden. Covid-19 begünstigt auch eine Lungenentzündung bakterieller Art – stirbt der Patient daran, ist dann das Virus oder das Bakterium schuld? Ist der Patient also „an“ Covid-19 oder „mit“ Covid-19 gestorben? Da es bisher keine wirksamen Impfstoffe gibt und man sich noch nicht zuverlässig vor dem Virus schützen kann, werden sich voraussichtlich 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infizieren. Erst dann trifft das Virus auf mehr Infizierte als Gesunde und kann sich nicht weiterverbreiten.

#Klaus / Vor 1 Monat

In der ganzen EU die gleichen vorgehensweise Augangsbeschränkung, Sperrstunde und Familientreffen Verbot.Da ist was ganz anderes im Gange