Mallorquinische Brauversuche

Immer mehr originelle Kleinbrauereien drängen auf den Markt

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Das Bier aus Selva wird unter dem Namen "Tramuntana" verkauft und ist inselweit an etwa 50 Punkten erhältlich.

Das Bier aus Selva wird unter dem Namen "Tramuntana" verkauft und ist inselweit an etwa 50 Punkten erhältlich.

Das Bier aus Selva wird unter dem Namen "Tramuntana" verkauft und ist inselweit an etwa 50 Punkten erhältlich.Das unfiltrierte und nicht pasteurisierte Galatzó-Bier aus Galilea wird in Pfandflaschen mit Bügelverschluss verkauft.

Schon viele haben es versucht, noch keinem wollte es bisher auf Dauer so richtig gelingen: Das Bierbrauen auf Mallorca. Neueinsteiger scheint das allerdings nicht zu stören, denn derzeit gibt es auf der Insel geradezu einen Boom von kleinen Versuchs- und Hausbrauereien.

Seit 2011 ist der Argentinier Guillermo Tamagni in Selva mit seiner Marke Cerveza Tramuntana am Start, die es mittlerweile inselweit an etwa 50 Punkten im Verkauf und Ausschank gibt. Unter den fünf Varianten, die im Handel für zwei Euro angeboten werden, dürfte das milde Suau und das helle Rossa dem deutschen Biergeschmack entsprechen. Seine Maschinerie hat Feierabendbrauer Tamagni selbst erstellt.

Schon länger dabei sind der Deutsch-Mallorquiner Sebastià Morey und seine Frau Chelo Ferris aus Galilea, die ihre Marke Galatzó in den letzten Jahren auf Volksfesten bekannt gemacht haben und diesen Monat die Produktion mit einer neu angeschafften Anlage von 50 auf 500 Liter ausweiten wollen.

Abgegeben wird das Bier in originellen Pfandflaschen für 1,80 Euro unter anderem in der Botigueta de San Miguel in Palma. Im Ausschank ist es im Raum Puigpunyent sowie in Palma in der Cerveceria Lorien und im Café Barroco, für das es auch als Hausmarke abgefüllt wird. Der vollmalzige Hopfengeschmack erinnert an ein englisches Ale oder Stout.

Eine weitere Kleinbrauerei will sich übrigens am 7. Oktober unter dem Label "Mayurka" beim Dorffest in Alaró präsentieren.

Es sind die neuesten Wendungen in der bisher bescheidenen Biergeschichte der Insel, die seit 1997 keine nennenswerte Eigenproduktion mehr besitzt. Damals wurde die Dorada-Balear-Brauerei nach einer Übernahme durch Estrella Damm endgültig aufs Festland verlegt. Zeitweise hatte die Firma unter dem Namen Pribs mit skandinavischen Eigentümern und deutschem Braumeister gearbeitet.

Recht kurzen Erfolg hatte unterdessen die Hausbrauerei, deren Anlage man noch im ehemaligen Schlachthof S'Escorxador in Palma bewundern kann. Von 1999 bis 2004 wurde sie von der Familie Ferrer betrieben, die nun das Oktoberfest in Santa Ponça ausrichtet. "Es gab damals noch keine Bierkultur auf Mallorca", so Mika Ferrer. Heute sind die Kessel nur noch Dekoration für die beliebte Gaststätte.

Vorübergehend war auch der verstorbene Wurstkönig Horst Abel daran beteiligt, der 1996 bis 1998 mit einer Hausbrauerei in El Arenal in Mallorcas Biergeschichte einging. Aus baurechtlichen Gründen musste die eine Million DM teure Anlage in der Bierstraße aber bald stillgelegt und 2004 demontiert werden. Auch wenn das "Mallorca-Bier" damals als Marke geschützt wurde, blieb die Suche nach einem Alternativ-Standort leider erfolglos. Seitdem hat es auf der Insel keine groß angelegten Brauversuche mehr gegeben.

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