Ehemaliger Sternekoch auf Mallorca hat jetzt Imbissbude

Koldo Royo hat sich einen knallroten Hamburgerstand angeschafft

Koldo Royo in seinem Imbisswagen.

Koldo Royo in seinem Imbisswagen.

Foto: Foto: Click (Pedro Prieto)
Koldo Royo in seinem Imbisswagen.Hamburger und Hotdogs: Der rote Imbisswagen von Koldo Royo.

Er war lange Zeit einer der großen Stars der Mallorca-Gastronomie: der Baske Koldo Royo. Sein Restaurant am Paseo Maritimo, nach ihm selbst benannt, hatte 18 Jahre lang einen Michelin-Stern. Inzwischen muss Koldo Royo kleinere Brötchen backen, genauer: Hamburger. Der ehemalige Sternekoch hat eine fahrbare Imbissbude aufgemacht.

Installiert ist der knallrote Wagen vor dem Großmarkt Makro, wo Koldo Royo viele seiner Koch-Kollegen einkaufen sieht. Er wird aber auch Märkte und andere Events besuchen, wie kürzlich die neue Biermesse "Palma Beer".

Koldo Royos Aufstieg hatte Ende der 80er-Jahre begonnen. 1989 wurde sein Restaurant am Paseo Maritimo in Palma erstmals mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Daneben trat er als Fernsehkoch auf, schrieb Bücher, hielt Vorträge und war Jury-Mitglied in einer Vielzahl von Kochwettbewerben und Ausbilder – ein Hansdampf in allen Gassen.

Den Michelin-Stern hielt er immerhin 18 Jahre lang, dann war er weg. Der Ruf seines Restaurans hatte zu diesem Zeitpunkt schon deutlich gelitten. Aber Koldo Royo, den man eigentlich nur freundlich und gut gelaunt kennt, machte weiter: mit einem Tapas-Restaurant ("Aquiara") an gleicher Stelle. Doch auch das funktionierte offenbar nicht.

Jetzt also der Imbisswagen. Das neue Projekt hat Koldo Royo mit seiner Ex-Frau und langjährigen Geschäftspartnerin Mercedes gestartet. Gegenüber der Zeitung Ultima Hora sagte er: "Der Michelin-Stern war eine Ehre für mich. Aber er bietet keinerlei Vorteile, wenn du in diesen schwierigen Zeiten nicht zu arbeiten weißt."

Er sei nun mal bereit, Neues auszuprobieren. Das sei er immer gewesen. "Als ich mit den Tapas anfing, haben sie mich für verrückt erklärt. Heute machen es alle. Ich bin ins Internet gegangen – das selbe Lied. Ich habe schon von der Krise gesprochen, bevor sie kam – und wieder haben sie mich für verrückt erklärt. Jetzt mache ich halt Hamburger, und das ist gut so." (jog)

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Gudrun Garbelmann / Vor über 7 Jahren

Super Idee! Den Stern zu halten war mit Sicherheit eine gewaltige Portion Arrangement Würde gern in solch einem Imbiss tätig sein.

Frank / Vor über 7 Jahren

Ich weiß nicht, welche Schicksalsschläge ihn getroffen haben. Ein Kämpfer ist er auf jeden Fall und dafür gebührt ihm große Anerkennung. Er wird es schaffen. Unser Sozialsystem ist keine Alternative für ihn.