Bodega-Projekt mit Perspektive

Gebürtige Russin fasste vor etwa fünf Jahren auf Mallorca Fuß

| Pollença, Mallorca |
Inhaberin Viktoria Garten betreibt auch einen Weinversand und das Degustationslokal "Vindega" am Rheinufer in Düsseldorf.

Inhaberin Viktoria Garten betreibt auch einen Weinversand und das Degustationslokal "Vindega" am Rheinufer in Düsseldorf. Foto: Xanthurus

Inhaberin Viktoria Garten betreibt auch einen Weinversand und das Degustationslokal "Vindega" am Rheinufer in Düsseldorf.Die gebürtige Russin Viktoria Garten fasste vor etwa fünf Jahren auf Mallorca Fuß.

Willkommen im Club der internationalen Unternehmer auf Mallorca: Viktoria Garten von der VGH Hüttenindustriebedarf AG in Düsseldorf hat sich auf der Insel in Pollença nicht nur mit einem privaten Zweitwohnsitz niedergelassen, sondern auch ein Bodega-Projekt gestartet. "Jardí Lavica", so der Name, der als Wortspiel in Anlehnung an die Initialen der Gründerin entstand und dem Ganzen einen mallorquinischen Touch geben soll.

Mit einer Anbaufläche, die nach und nach auf bis zu 33 Hektar ausgeweitet werden soll, ist mittelfristig eine Jahresproduktion von 150.000 Flaschen angepeilt, womit das neue Weingut gleich nach den Branchengrößen Macià Batle, José L. Ferrer und Pere Seda zu den mengenmäßig wichtigsten Produzenten der Insel gehören würde.

Aber auch qualitativ können sich die ersten Weine durchaus sehen lassen: Der Rosé des Jahrgangs 2013 wurde unter dem Label des benachbarten Nobelhotels "Son Brull" gekeltert und gewann gleich im ersten Anlauf eine Silbermedaille beim renommierten Wettbewerb "Mundus Vini" in Neustadt an der Weinstraße. Mit der auf Mallorca sonst wenig verbreiteten, aber hervorragend für das Inselklima geeigneten Tempranillo-Traube, die neben autochthonen Inselsorten zu 50 Prozent die Basis des Rosat Son Brull ausmacht, erinnert der Son Brull Rosat 2013 fast an einen jungen Rotwein.

Offenbar hat der unter anderem auch für José L. Ferrer tätige Önologe Arnau Galmés genau den Nagel auf den Kopf getroffen. "Wir wollen beweisen, dass man auch edle Rosés machen kann", sagt Viktoria Garten, die sich am 5. Januar zur Weiterentwicklung ihrer Produkte mit bekannten Sommeliers treffen wird. Preislich ist dabei das Segment oberhalb von 15 Euro angepeilt, auch beim Rotwein, der als Cuvée vor allem aus den Sorten Syrah, Merlot und Cabernet Sauvignon besteht und derzeit als Crianza verfügbar ist.

2015 soll der erste Reserva kommen. Wobei die endgültige Zusammensetzung noch nicht festgelegt ist. Experimentiert wird auf dem Gut mit einer großen Bandbreite an Rebsorten, zu denen auch die einheimischen Varianten Giró Ros, Premsal Blanc und Mantonegro gehören. Eine registrierte Marke gibt es bereits für das Rotwein-Label "animus & sententia", das bewusst auf künstlerisch gestaltete Etiketten setzt. Daneben produziert die Finca auch Olivenöl.

Vertrieben werden die Weine bisher nur über den von Viktoria Garten parallel zur Bodega-Eröffnung gegründeten Internet-Weinversand "Xanthurus" und über das Degustationslokal Vindega gegenüber vom VGH-Firmensitz im Medienhafen in Düsseldorf. "Wir liefern aber auch auf Mallorca, haben hier natürlich ein Lager", so Viktoria Garten, die in Zukunft auch Hoteliers und Gastronomen auf der Insel gewinnen will und dabei an einen All-inclusive-Service mit Kommissionsverkauf und fertig gestalteter Weinkarte denkt.

Auf Mallorca fasste die gebürtige Russin vor etwa fünf Jahren Fuß, als in der Wirtschaftskrise zeitweise die Produktion zurückgefahren werden musste und sie auf der Suche nach anderweitiger Betätigung war. Groß geworden ist ihre Firma mit dem Export von deutscher Stahl- und Hüttentechnologie nach Osteuropa, nachdem die Diplom-Ingenieurin kurz vor dem Mauerfall beim EKO-Kombinat Eisenhüttenstadt angeheuert hatte, dann aber schnell auf eigenen Füßen stehen musste.

Von den aktuellen Konflikten im Osten lässt sie sich im Übrigen wenig beeindrucken: "Bei mir in der Firma wird die politische oder religiöse Einstellung zu Hause gelassen. Russen und Ukrainer arbeiten genau so selbstverständlich miteinander wie Juden und Araber", so ihre geschäftliche Devise.

(aus MM 48/2014)

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