Quietschbunte Asia-Snacks aus dem Automaten

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In den Japan-Automaten bekommt man allerhand.

In den Japan-Automaten bekommt man allerhand.

In Japan gibt es sie an jeder Ecke Automaten, aus denen man Softdrinks oder kleine Snacks ziehen kann. Auch in Palma stehen seit dem vergangenen September fünf davon im Carrer Sant Miquel. Die Maschinen mit exotischen Keksen, Tees und Süppchen aus Japan, China oder Korea ziehen vor allem Fans der fernöstlichen Kultur an. Sie lieben die quietschbunten Verpackungen und den fremdartigen Geschmack.

„Japan begeistert mich, ich will im nächsten Jahr unbedingt mal dahin”, sagt Andrés und schmeißt eine Zwei-Euro-Münze in einen der Automaten. Herauskommt ein grellgrünes Sodawasser mit Melonenaroma. „Schmeckt super”, meint er. Der Palmesaner kommt regelmäßig vorbei, um sich eine Prise Exotik in den Alltag zu holen.

Genau das war auch die Idee hinter dem rund um die Uhr geöffneten Automaten-Shop der Argentinierinnen Natalia und Ludmilla Monllor. Auf einer Reise durch Japan und China entdeckten die Schwestern im April 2018 eine kulinarisch neue Welt und probierten sich neugierig durch bunte Tütchen und Flaschen. „Das war ein echtes Abenteuer. Was drin war, wussten wir oft nicht, weil wir die japanischen und chinesischen Schriftzeichen nicht lesen konnten”, sagt Natalia.

Begeistert waren beide nicht nur von den ungewohnten Geschmackserlebnissen, sondern auch vom Verpackungs-Design, das nicht von ungefähr an grellbunte Mangas erinnert. Viele japanische Produkte sind tatsächlich an bekannte Comicfiguren angelehnt. Beispielsweise die Shin-Chan-Kekse, die sich auch in Palma als Verkaufshit erwiesen. Von 1990 bis Februar 2010 lief der Comic um einen Fünfjährigen, der seine Eltern in den Wahnsinn treibt, im japanischen Fernsehen. Auch Doraemon, ein katzenähnlicher Roboter, der im Land der aufgehenden Sonne so bekannt ist wie hierzulande Micky Maus, prangt auf vielen Snacks.

Die beiden Betreiberinnen kennen sich mittlerweile aus im Dschungel der Asia-Snacks. Sie haben Messen in Asien besucht und Kontakte zu Exporteuren aufgebaut. Das Lager hinter der Automatenzeile ist prall gefüllt. „Das meiste stammt aus Japan. Wir wechseln unsere Produkte jede Woche”, berichtet Natalia. Dabei spielen auch die Wünsche der meist jungen Kunden eine Rolle. „Viele kommunizieren mit uns über die sozialen Medien und schicken uns nach einem Asienurlaub Fotos von Produkten, die sie auch zu Hause gerne kaufen würden”, sagt sie. Und manche wollen einfach nur die Verpackungen sammeln.

Wer abgesehen von Glückskeksen – die gibt es übrigens auch in den Automaten – keine Erfahrung mit Snacks und Süßigkeiten aus Fernost hat, kann sich an kleinen Probepackungen für 80 Cent versuchen. „Besonders beliebt sind die Durian-Kekse”, sagt Natalia. Die in Deutschland auch unter dem Namen Stinkfrucht bekannte Frucht riecht, wie ihr Name schon sagt, nicht besonders angenehm, hat aber einen süßen vanilleähnlichen Geschmack.

Weit über Japan hinaus bekannt sind mittlerweile Mochi, kleine Küchlein aus Klebreis, die man für 3,50 Euro in den Geschmacksrichtungen Kakao oder Erdbeer aus dem Automaten ziehen kann. Gleiches gilt für die Dorae-yaki, eine Süßigkeit, die aus zwei kleinen Eierkuchen besteht, die mit süßer, roter Bohnenpaste gefüllt sind.

Besonders groß aber ist das Angebot an Getränken. Von alkoholfreiem Bier aus Japan, einer Osaka-Edition von Coca Cola, grünem Tee aus China mit Pfirsich- oder Grapefruit-Aroma bis hin zu Ramune, einer quietschgrünen Limonade aus Japan. Sie enthält eine Kugel mit Kohlensäure, die beim Öffnen durchstochen wird und dann lossprudelt. Ein bisschen Spielerei muss schließlich sein.

„Die Leute finden unser Angebot toll”, sagt Natalia, die in Argentinien eine Möbelfabrik betrieb und kürzlich zu ihrer Schwester nach Mallorca übersiedelte. Heute läuft das Geschäft mit der Exotik so gut, dass beide schon an die Eröffnung weiterer Filialen auf der Insel denken.

Info: „Japoint”, Carrer Sant Miquel 79. Rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Keine Kartenzahlung.

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Cashman1 / Vor 11 Monaten

Sich aber über zunehmende Plastikvermüllung auf der Insel beschweren. Natürlich ist der Tourist schuld. Braucht Mallorca quietschgrüne Limo aus Japan?