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So, jetzt ist es heraus: Die Staatsanwalt hat die ehemalige Partei Unión Mallorquina eine „Vereinigung zur Begehung von Straftaten“ genannt, vulgo eine Verbrecherbande. Der Normalbürger wusste das schon lange. Aber dieses Wissen blieb folgenlos. Die Staatsanwaltschaft fing nicht an zu ermitteln, als die Statik im Hochhaus, in dem die Vorsitzende María Antonia Munar wohnt, ins Wanken geriet, weil die Dame sich einen begehbaren Tresor in ihre Wohnung einbauen liess. Wozu braucht eine Politikerin so etwas? Jeder auf der Insel wusste, dass man an der Kasse vorbeigehen musste, wollte man irgendetwas bewegen, aber die Justiz schaute weg. Erst als die Presse in zum Teil rüder Weise mit dem Finger auf die Misstände wies, bewegte sich die Staatsanwwaltschaft, und jetzt sitzt ein Politiker der UM im Gefängnis, wegen Veruntreuung von 12.000 €. Das ist geradezu lächerlich angesichts der Millionen, die in die Taschen der Politiker geflossen sind, die in den vergangenen Jahren auf den Balearen einen Posten oder auch nur ein Pöstchen hatten. Korruption ist jeder Ideologie feil, deshalb befällt sie linke wie rechte Politiker gleich. Das Schlimme an den Zuständen auf den Balearen ist, dass die Korruption nicht von der Staatsmacht geduldet wurde, sondern direkt von ihren Organen ausging.

Die derzeitige PP Regierung unter José Ramón Bauzá macht grosse Anstrengungen einer Selbstreinigung. Politiker mit Ermittlungsverfahren können nicht Kandidaten sein, und die bereits Gewählten müssen zurücktreten, sobald ein Ermittlungsverfahren gegen sie eröffnet wird. Das ist mutig und das ist richtig. Fraglich nur, wann der PP die Politiker ausgehen werden.