Der Strand von Muro – die Platja de Muro – hat im Sommer des vergangenen Jahres zwischen Dünen und Wasser an manchen Stellen sechs bis zehn Meter in der Breite verloren. Der Strand von Es Trenc ist zwischen 1956 und 2021 zum Teil 26 Meter zurückgegangen. Ein höherer Meeresspiegel ist Hauptgrund für den Verlust.Es wird enger an den beiden Stränden.

Doch nicht nur die Natur steht unter Druck: Auch alle Strandlokale auf Mallorca, die sogenannten Chiringuitos, sind bedroht. Die spanische Küstenbehörde will sie an der Platja de Muro im Inselnorden und am Es Trenc im Südosten räumen lassen.

Das sorgt bei Mallorquinern, Insel-Residenten wie Urlaubern für Unmut. Für die Gäste sind es nicht gewöhnliche Bars und Restaurants. Sondern die, wo man Sand an den Füßen und Meeresrauschen im Ohr hat. Die Lokale befinden sich zum Teil mitten in Dünen, die unter Naturschutz stehen. Das macht sie aus – sie befinden sich aber auch auf öffentlichem Boden. Dort darf eigentlich kein Privatbesitz angesiedelt sein.

Die Hauptfrage des Konflikts lautet: Wie viel Flair und Freizeitspaß kann man sich auf Kosten der Natur erlauben? Müssen gleich alle Bars weg? Können sie besser in die Landschaft eingepasst werden?

Generell ist es wichtig, dass sensible Bereiche der Küste wie Dünen und Sandstrand geschützt werden. Die Hoheit liegt zu Recht bei der Regierung in Madrid.

Verständlich ist, dass Wirte und Kommunalpolitiker der betroffenen Rathäuser Muro und Campos sauer sind. Manchen Betrieben wird schon jetzt ein Teil der Geschäftsgrundlage entzogen, da sie nur im Innenbereich bewirten dürfen. Zudem entgehen etwa der Gemeinde Muro insgesamt 120.000 Euro, die die Lokalbetreiber für die Strandnutzung jährlich zahlten. Und 90 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Kommt der Abriss einiger oder gar aller Lokale, sollten die Wirte unkompliziert einen neuen Standort auf dem Gemeindegebiet erhalten. Die Verwaltungen haben lange von den Bars profitiert. Nun müssen die Kleinen – Betriebe, Besucher, Rathaus – gegen die oberen Behörden zusammenhalten.