Einer für alle und alle für einen, heißt das Motto der drei, später vier Musketiere in Alexandre Dumas’ weltberühmtem Abenteuerroman. An der Playa de Palma scheint man von so viel kumpelhafter Selbstaufopferung und Einigkeit derzeit Lichtjahre entfernt. Zumindest gewinnt man diesen Eindruck nach der von der örtlichen Hoteliersvereinigung vor kurzem präsentierten Saisonbilanz (S. 6) . In ihr kommen die beiden anderen Mitspieler an Mallorcas größter Urlaubsmeile, die Amüse-mentbetreiber und die öffentliche Verwaltung denkbar schlecht weg.

Eigentlich nicht ganz zu Unrecht. So monieren die Hoteliers vor allem die Ignoranz vieler Lokalbesitzer hinsichtlich der vorgeschriebenen Öffnungszeiten, des erlaubten Lärmpegels hinter und vor ihren Türen oder der Vorschriften zum Alkoholausschank beziehungsweise dessen Straßenverkauf. Und auch die Gesetzeshüter der Hauptstadt, die Lokalpolizei, bekommt von den Hoteliers nicht ohne Grund einen Degenstich verpasst. Sie sei in den Konfliktzonen der Playa de Palma nicht ausreichend präsent, agiere oftmals viel zu zögerlich im Umgang mit Kleinkriminellen und Straßenhuren, oder erscheine nicht selten erst dann auf der Bildfläche, wenn die Situation bereits außer Kontrolle geraten ist. Auch die Tatsache, dass die öffentliche Verwaltung nach Meinung der Hoteliers kaum oder gar keine Finanzmittel für notwendige Verbesserungsmaßnahmen öffentlicher Infrastruktureinrichtungen in diesem Jahr bereitgestellt hat, ist sicherlich beklagenswert.

Dennoch wäre es nicht nur wünschenswert, sondern vor allem sinnvoll, wenn sich die Interessensparteien an der Playa de Palma nach der Saison an einen Tisch setzen würden, um gemeinsam nach Lösungen für die Beseitigung der Missstände zu suchen, die ihnen allen im Endeffekt das Leben erschweren. Den schwarzen Peter immer nur den anderen in die Schuhe zu schieben, führt bekanntlich zu rein gar nichts. Die drei, später vier Musketiere von Dumas hatten das bereits vor zweihundert Jahren erkannt. Motto: Einer für alle und alle für einen!