Es ist ein Gesetz, das Haustierfreunde kalt erwischt: In Spanien dürfen die Spielkameraden von Millionen Kindern, die putzigen Hamster, bald nicht mehr gehalten werden. Auch die so populären Kaninchen und Meerschweinchen sind tabu. Wer einen Hund hat, muss viel mehr beachten als bisher (S. 19) , und wer seine Goldfische im Aquarium fünf statt zwei Tage allein lässt, kann mit einem Bußgeld belegt werden. Man merkt ganz klar, dass das komplizierte Regelwerk dem Gehirnschmalz von Politikern entwachsen ist, die der sehr ideologisch fixierten links-populistischen Podemos-Partei angehören. Verantwortlich zeichnet Ione Belarra, die „Ministerin für Sozialrechte und die Agenda 2030”, wie ihr Titel offiziell heißt.

In Spanien darf man also künftig nicht, was in Deutschland und woanders sicherlich weiter gang und gäbe sein wird: kleine Nagetiere in Käfigen oder auch Schildkröten in Terrarien halten. Von einer gewissen ideologischen Überdrehtheit darf also durchaus gesprochen werden. Klar: Dass es not tut, im Staate Spanien Tiere effektiver zu schützen, ist selbstverständlich. Dass Tierquäler härter bestraft werden müssen, ebenso. Dass man nicht jedes empfindliche Tropentier halten darf, versteht sich ebenfalls von selbst. Das alles berücksichtigt das neue Gesetz. Und es ist durchaus vernünftig, Katzenkolonien – wie im Gesetz erwähnt – intelligent zu managen. Aber ideologisch motivierte und vom gesunden Menschenverstand meilenweit entfernte Abstrusitäten, wie sie das bereits am 1. August von der Zentral-Regierung beschlossene Konvolut auch enthält, sind dagegen einfach nur nervig.

Richtig ärgerlich wird es, wenn man sich zu Gemüte führt, dass die bekanntlich viel geschmähten blutigen Stierkämpfe einfach weiter stattfinden dürfen, als wäre nichts geschehen. Höchstrichterlich wurden diese archaisch-brutalen Spektakel zu spanischem Kulturgut erklärt, sind damit unantastbar. Spanien bewegt sich also künftig völlig legal zwischen übertriebenem Tierschutz und sadistischer Tierquälerei – ein über Gebühr ins Auge stechender Widerspruch.