Palmas Tor zur Welt

Hafenausbau: Die größte Ingenieurleistung der Insel

Porto Pi.

PALMA - 50 AÑOS DE HISTORIA DEL MUELLE DE PONENT.PALMA - 50 AÑOS DE HISTORIA DEL MUELLE DE PONENT.PALMA - 50 AÑOS DE HISTORIA DEL MUELLE DE PONENT.PALMA - ANTIGUA IMAGEN DE 1962 DEL MUELLE DE PONENT.

Besser als der Hafen symbolisiert kein Bauwerk den Wandel, den Mallorca im Laufe der vergangenen 50 Jahre erlebt hat: Vom ländlich-beschaulichen Eiland zur Touristenattraktion schlechthin. 50 Jahre liegt der Tag zurück, an dem das bedeutendste Ausbauprojekt in der Geschichte des Hafens zu Ende ging. Am 24. Juli 1961 fand die offizielle Einweihung des Westhafens statt.

Bis dahin war die alte Mole, unterhalb der Kathedrale gelegen, der Ort gewesen, an dem der Großteil des Schiffs- und Warenverkehrs abgewickelt wurde. Angesichts wachsenden Bedarfs reichte der Platz jedoch hinten und vorne nicht. Die großen Passagierschiffe konnten dort nicht festmachen. Also ankerten sie draußen in der Bucht, Menschen und Güter gelangten mit Beibooten an Land.

Unter Federführung des Ingenieurs Gabriel Roca entstanden die Pläne für die Hafenerweiterung, die bis heute als größte Ingenieurleistung in der Inselgeschichte gilt. Vor allem drei Elemente umfasste der Ausbau, die heute wie selbstverständlich das Stadtbild Palmas prägen:

Der Dic del Oest ("Westdeich"), der mehrere Hundert Meter ins Meer hinein gebaut wurde und an dem heute viele der Kreuzfahrtschiffe anlegen.

Der Moll de Paraires (die "Wollarbeitermole"), an der sich heute der Fährterminal befindet, an dem die Linienschiffe zum Festland und zu den Nachbarinseln ablegen.

Der Moll de Ponent (die "Westmole"), der an den Moll de Paraires anschließt und der als Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe dient. In den ersten Jahren befand sich dort ein überaus beliebtes Lokal mit Aussichtsterrasse - bis der Großteil des Hafens für den freien Publikumsverkehr gesperrt wurde.

Genau betrachtet schloss sich mit dem Ausbau im Westen der Stadt ein Kreis: Denn die nahegelegene Bucht von Porto Pí, die heute Militärhafen ist, hatte zuvor bereits jahrhundertelang als natürlicher Hafen gedient, wovon noch immer die beiden Türme zeugen, die rechts und links der Bucht stehen - zum einen der Leuchtturm, zum anderen der Torre de Paraires. Schon die Römer sollen hier Schutz gesucht haben.

Beschaulich wird es dort damals zugegangen sein - heute dagegen ist Palmas Hafen nicht nur das Tor zur Welt, das die Versorgung der Insel mit allerlei grundlegenden Gütern sicherstellt, er ist auch ein ganz entscheidender Wirtschaftsfaktor. Machten in den ersten Jahren nach dem Ausbau jährlich etwa 200 Passagierschiffe in Palma fest, werden es 2011 mehr als 500 sein. Möglich, dass in diesem Jahr zum ersten Mal 1,5 Millionen Kreuzfahrt-Passagiere abgefertigt werden. Längst sind diese ein ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor: Studien legen nahe, dass Kreuzfahrt-Touristen in Palma jährlich 70 Millionen Euro ausgeben. Auch die Hafenbehörde hat 2010 einen Gewinn von 19 Millionen Euro erwirtschaftet.

Und das Wachstum scheint weiterzugehen: Eine umfassende Hafenreform mit dem Ausbau verschiedener Bereiche und einer neuen Nutzung etwa der alten Mole steht seit Jahren auf der Agenda. Schon bald Wirklichkeit ist die Verlängerung der Paraires-Mole um 380 Meter. Am Wochenende erreichte das erste Ausbaumodul den Hafen Palmas (siehe Foto). Das 30 Meter lange, 15 Meter breite und 16,5 Meter hohe Stahl-Beton-Konstrukt wurde von einem Schiff nach Palma geschleppt: Da das Modul hohl ist, schwimmt es.

Bis Jahresende werden 18 dieser Module in Palmas Hafen angekommen und installiert sein. Produziert werden sie auf dem Festland in Sagunto. Die Überfahrt dauert 70 Stunden. Das erste Kreuzfahrtschiff wird an der verlängerten Mole laut Hafenverwaltung voraussichtlich im Sommer 2012 festmachen. Durch diese Hafenerweiterung entsteht Platz für zwei weitere Kreuzfahrtschiffe, also werden in Zukunft fünf mehr als 300 Meter lange Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig anlegen können. Die Zentralregierung in Madrid hat angekündigt, bis 2015 rund 125 Millionen Euro in Palmas Hafen investieren zu wollen.

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