40 Jahre ökumenischer Gottesdienst auf Mallorca

"Das waren zähe Verhandlungen" - Wie alles begann

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Die deutschsprachigen ökumenischen Gottesdienste in Palmas Kathedrale jähren sich zum 40. Mal.

Foto: Foto: Pere Bota

Heiligabend in der Kathedrale. Das ist für viele deutsche und deutschsprachige Residenten auf Mallorca ein fester Termin im Jahreskalender. Seit 40 Jahren findet am 24. Dezember ein ökumenischer Weihnachtsgottesdienst in der Kathedrale von Palma statt.

Der einzige noch lebende Gründervater dieses wichtigen religiösen Ereignisses ist Padre Jaume Genovard Font, ehemals Rektor des Franziskanerseminars in der Porciúncula an der Playa de Palma. Er war vor 40 Jahren der Mittler in den Verhandlungen zwischen dem Bischof von Mallorca, Don Rafel Álvarez Lara, und dem evangelischen Pfarrer Karl Ernst Patzer beziehungsweise Heinrich Hollemann für die katholische deutschsprachige Gemeinde auf den Balearen.

"Es war damals gar nicht so einfach, zu einer Einigung zu kommen", erinnert sich Günter Stalter, heute Organisator der Residententreffs und Mitglied der evangelischen Gemeinde. "Es gab zähe Verhandlungen, aber es war dann ein großes Ereignis."

Und es ist nach wie vor ein großes Ereignis, wenn zu den beiden ökumenischen Weihnachtsgottesdiensten 4000 bis 5000 Deutsche in der Kathedrale zusammenkommen. Und Reiseveranstalter pflegen ihre Gäste mit eigens bereitgestellten Bussen aus allen Teilen der Insel nach Palma zu bringen. Der Zulauf ist so groß, dass schon nach einigen Jahren zwei Gottesdienste im Turnus zelebriert werden mussten.

Als Dank für seine Vermittlertätigkeit wollten Pfarrer Klaus-Peter Weinhold für die evangelische und Dr. Peter Wehr für die katholische Gemeinde der Deutschen auf Mallorca gemeinsam mit Günter Stalter Padre Jaume für den diesjährigen Heiligabend persönlich als Ehrengast einladen, was aufgrund des angeschlagenen Gesundheitszustandes des Paters kurzfristig abgesagt werden musste. Der heute 86-Jährige lebt im Kloster Sant Francesc in Palma und wird dort von seinen Glaubensbrüdern gepflegt:

"Er hat gute und weniger gute Tage", sagt der Prior des Klosters, Padre Gregorio Mateu. "Er hofft aber, am 24. Dezember dabei sein zu können."

Bis heute zeichnen sich die Gottesdienste durch eine perfekte Organisation aus. "Das haben wir auch Don Lorenzo Alcina, dem Ökumenebeauftragten der Diözese zu verdanken", sagt Klaus-Peter Weinhold, der evangelische Pfarrer auf Mallorca. "Und natürlich Don Joan Bestard, dem Beauftragten für Tourismusseelsorge."

"Religion ist auch, die Gemeinschaft zu stärken", sagt Pfarrer Weinhold, der gleichzeitig genau weiß, dass viele der Gottesdienstbesucher nur zu Weihnachten in die Kirche gehen. Weinhold wird die beiden Gottesdienste gemeinsam mit seinem katholischen Amtskollegen Wehr leiten. Der erste Gottesdienst wird unter dem Vorsitz des Bischofs von Mallorca, Jesús Murgui Soriano, stattfinden, bei beiden Gottesdiensten sind Mitglieder des Domkapitels sowie Joan Bestard und Lorenzo Alcina dabei.

Weihnachten in der Kathedrale ist besonders festlich. Peter Wehr spricht in diesem Zusammenhang über die Veränderungen, die Anfang des 20. Jahrhunderts dort durch den Architekten Antoni Gaudí vorgenommen wurden:

"Er hat durch die Wegnahme des Coro die gotische Kathedrale wieder zum Strahlen gebracht, das war ein mutiger Schritt. Wie auch die Gestaltung der Sankt-Peters-Kapelle mehr als hundert Jahre später durch Miquel Barceló. Das Haus Gottes ist weit und groß."

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