50 Jahre MM-Schwesterblatt Majorca Daily Bulletin

Chefradekteur: Briten auf Mallorca wollen keinen Euro

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Die "Daily"- Familie mit Verleger Pere A. Serra in der Mitte.

Die "Daily"- Familie mit Verleger Pere A. Serra in der Mitte.

Die "Daily"- Familie mit Verleger Pere A. Serra in der Mitte.Chefredakteur Jason Moore ist seit 25 Jahren beim "Daily". Die erste Titelseite mit dem neuen Layout, präsentiert zur Hochzeit von Prince William und seiner Kate im April 2011.

Die englische Tageszeitung Majorca Daily Bulletin, wie MM ein Produkt des Verlagshauses Serra, hat vergangene Woche ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Im Mittelpunkt der Feier stand ein Festakt, bei dem Verleger Pere A. Serra durch den britischen Botschafter Giles Paxman mit dem Verdienstorden "Order of the British Empire" ausgezeichnet wurde.

Die Entstehungsgeschichte des "Daily" ist ganz ähnlich der des acht Jahre jüngeren Mallorca Magazins. Gründer Pere A. Serra erkannte angesichts des aufkeimenden Massentourismus früh den Bedarf der Ausländer, in ihrer Heimatsprache informiert zu werden. Aber die Zeiten waren nicht einfach für Medien-Visionäre. De facto war das Majorca Daily Bulletin die erste Zeitung in Spanien, die eine neue Druckgenehmigung Francos erhielt.

Heute wird die Tageszeitung von Jason Moore (42) geleitet, der dem Daily-Staff schon seit 25 Jahren angehört. Moore, im Cambridge geboren, kam mit seinen Eltern im Alter von fünf Jahren nach Mallorca, spricht entsprechend auch fließend Spanisch und Katalanisch.

Und er ist ein profunder Kenner der britischen Szene auf Mallorca, kennt die Unterschiede zwischen der deutschen und der britischen Insel-Society. Der Chefredakteur ist zum Beispiel der festen Überzeugung, dass die Deutschen besser integriert sind als seine Landsleute, schon deshalb, weil sie eher bereit sind, Spanisch zu lernen, während die Briten mit der Vorstellung antreten, dass Englisch auf der ganzen Welt ausreichend sei.

Moore bedauert, dass Deutsche und Briten in Parallelwelten leben und außer dem Tierschutz relativ wenig Berührungspunkte haben. "Wenn sie sich zusammenschließen und gemeinsam engagieren würden, könnte viel mehr erreicht werden", ist sich Moore sicher und nennt als Beispiel die Einführung eines echten Residentenausweises.

Den Deutschen sagt man nach, Vereinsmeier zu sein. Dabei sind die Mallorca-Deutschen im Vergleich zu den Briten in dieser Angelegenheit Waisenknaben. "Wir haben Theater- und Cricketvereine, Charity- und Bridgeclubs, eine aktive anglikanische Kirche", zählt Moore auf. Alleine die "English Speaking Residents Association" (ESRA) zähle 1500 Mitglieder.

Zu den großen Problemen der Engländer auf Mallorca gehören laut Moore die mangelhaften Flugverbindungen im Winter und die Schwankungen des britischen Pfund. Letzteres macht seine Landsleute auf der Insel aber noch lange nicht zu Euro-Freunden: "Da unterscheiden sie sich nicht von den Briten in der Heimat."

Das Majorca Daily Bulletin hat sich mit seiner Klientel und deren Lebensgewohnheiten gewandelt. Zu den ersten Lesern gehörten übrigens viele Heimkehrer aus (ehemaligen) Kolonien, die das sonnige Mallorca der regnerischen Heimat vorzogen. Und so informierte das Blatt anfänglich vor allem über das Geschehen in England und in der Welt.

Doch das machte mit dem Einzug der internationalen Medien an den Kiosken und den Satellitenschüsseln keinen Sinn mehr. Heute hat das Daily einen starken Akzent auf den mallorquinischen Lokalnachrichten. Letzte sichtbare Neuerung war ein kompletter Relaunch des Designs vor zwei Jahren.

Die "Love-Affair" der Briten und Mallorca, davon ist Jason Moore überzeugt, wird weitergehen. Und deshalb auch die Erfolgsgeschichte des Majorca Daily Bulletin.

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