Selbstversuch mit Dating-App

Mallorca |
Mallorca ist ein guter Platz zum "Tindern", sagt Ingo Wohlfeil, alias Jonas Grünanger.

Mallorca ist ein guter Platz zum "Tindern", sagt Ingo Wohlfeil, alias Jonas Grünanger.

Tinder heißt zu Deutsch "Zunder" und ist eine Dating-App, um Menschen in der näheren Umgebung kennenzulernen. Gemeinhin gilt sie als Flirt-App, ohne dass es direkt um Sex geht. Allerdings ist Letzteres auch nicht ausgeschlossen. Das hat zumindest Ingo Wohlfeil festgestellt.

Der 44-jährige Reporter hatte - frisch getrennt von seiner Freundin - zunächst eine Reportage über das "Tinder"-Phänomen geplant, daraus geworden ist ein Buch. "Social Bettwork" ist der Titel (im Riva-Verlag erschienen). Ein Großteil des Buches sei auf Mallorca entstanden, sagt Wohlfeil, der das Buch unter dem Pseudonym Jonas Grünanger veröffentlicht hat.

Mallorca Magazin: Warum tindert man überhaupt?

Ingo Wohlfeil: Wann sprichst du schon mal eine Frau auf der Straße an nach dem Motto: ,Entschuldige bitte, ich finde dich toll, wollen wir mal einen Kaffee trinken?' Das funktioniert in den seltensten Fällen und bei mir schon mal gar nicht. Ich mache mir solange Gedanken darüber, wie ich sie ansprechen kann, dass die Situation vorbei ist.

MM: Und was hat Ihr Buch mit Mallorca zu tun?

Wohlfeil: Entstanden ist es zum Großteil auf einer wunderbaren Dachterrasse in Palma: Zehn Tage durch, immer bis tief in die Nacht. Es war ein Einsiedler-Dasein, hat aber einen Riesenspaß gemacht.

MM: Haben auch Geschichten auf Mallorca gespielt?

Wohlfeil: Eine, aber das war eine der abgefahrensten. Ich wusste von einer Wohnung in Magaluf, in der die Polizei eine Drogenbande hochgenommen hatte. Die stand natürlich leer und dort verbrachte ich mit einer deutschen Lehrerin eine ganz wunderbare Nacht. Das war Sex mit Angst im Nacken, die Tür war die ganze Zeit angelehnt, es hätte ja jemand kommen können.

MM: Ist die Insel ein guter Ort zum "Tindern"?

Wohlfeil: Das Gute ist, die Frauen wechseln hier auf Tinder ziemlich schnell durch, allein wegen der Touristen. Die Frage ist aber, ob sie hier sind, um zu tindern. Nicht jede, die registriert ist, ist notwendiger Weise auch aktiv. Außerdem lernst du wirklich leicht jemanden an der Bar kennen. Warum am Strand sitzen und tindern, wenn das Gute so nah liegt? Mallorca ist eher der Direktflirt.

MM: Lieber Magaluf oder Playa de Palma?

Wohlfeil: Magaluf auf jeden Fall. Hier liegt der Frauenanteil bei 50 Prozent, an der Playa de Palma bei 20, da gibt es viel zu viele Männer, die an den Frauen graben.

MM: Sie haben ja verschiedene Länder durchgetindert, mit welchen Frauen hat es am meisten Spaß gemacht?

Wohlfeil: Türkinnen und Österreicherinnen. Die Türkinnen sind unheimlich weltoffen und auch trinkfest. Das fand ich toll. Die schreiben auch alle zurück, wenn man sie kontaktet.

MM: Nach 60 getinderten Frauen in 60 Tagen: Haben Sie einen goldenen Tipp für flirtwillige Männer?

Wohlfeil: Männer wollen oft zu viel und zu schnell. Mein Tipp: Nichts überstürzen, in der Ruhe liegt die Kraft. Die Frau entscheidet sowieso letztendlich.

(aus MM 34/2015)

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