Tierschutzverein SOS Animal wird 20

| Calvià, Mallorca |
Geliebt und gefürchtet:  Melanie Beckmann fängt in ihrer Freizeit viele Katzen.

Geliebt und gefürchtet: Melanie Beckmann fängt in ihrer Freizeit viele Katzen.

Geliebt und gefürchtet:  Melanie Beckmann fängt in ihrer Freizeit viele Katzen.Maxi Lange (2.v.l.) und Karl Miesel (2.v.r.) mit den ehrenamtlichen Helfern Paula (l.) und Katerine (3.v.l.) sowie Mitarbeiter J

Im Gründungsjahr 1995 waren es vier Aufrechte, die sich dem Tierschutz in der Gemeinde Calvià verschrieben hatten. Es war die Geburtsstunde von "SOS Animal", einem der aktivsten Tierschutzvereine Mallorcas. Mit 20 Jahren ist es nicht der älteste, aber einer der präsentesten Vereine auf der Insel.

Von den vier Gründungsmitgliedern ist nur noch Maxi Lange dabei. „Damals war der Anlass, dass wir mit der Auffangstation in Calvià zusammengearbeitet haben”, erzählt sie. 2009 sei dann die Stiftung gegründet worden, heute zählt SOS Animal 200 Mitglieder. Die Deutsche ist auf Mallorca aufgewachsen und kennt Tierelend aus eigener Erfahrung. Ihren ersten Hund „Struppi”hat sie als Kind aus dem Tierheim geholt. Seitdem hat sie das Thema Tierschutz nicht mehr losgelassen.

In 20 Jahren hat sich einiges getan. „Als wir anfingen, gab es in der Auffangstation der Gemeinde mehr als 600 Hunde in fünf Käfigen, heute sind es 300 in zwölf Käfigen, von denen mehr als die Hälfte an neue Besitzer abgegeben wird”, sagt sie. SOSAnimal hat direkt nebenan eine eigene Anlage und verfügt heute über sieben Zwinger, drei Quarantänezwinger und fünf Gehege, betreut derzeit 77 Hunde.

Das größere Problem seien aber die Katzen. Das sagt auch Helga Knies, die ihre Tierhilfe Mallorca 1986 gegründet hatte und im kommenden Jahr 30-jähriges Bestehen feiert. „Urlauber rufen uns an, dass sie eine Katze gefunden haben und meinen, dann ist das Thema erledigt”, sagt sie. Nur, dass sie aus Andratx nicht mal eben nach Pollença kommen könne. Im Norden und Osten der Insel gebe es momentan die größten Populationen wild lebender, unkastrierter Katzen.

„Wer einmal eine Katze anfüttert, muss auch dafür sorgen, dass sie kastriert wird”, sagt Maxi Lange. Sonst sorge man nur für eine unkontrollierte Vermehrung. Dabei wird einiges unternommen. „Seit 2001 haben wir im Schnitt 600 Katzen pro Jahr sterilisieren lassen”, sagt Maxi Lange. Mittlerweile gibt es eine Kooperation mit der Gemeinde Calvià und einer Tierärztin. Glücklich ist Lange auch, dass das Kastrationsmobil des Dachverbands Baldea nach einer behördlichen Zwangspause wieder unterwegs ist.

Auch freiwillige Helfer wie Melanie Beckmann sorgen für Erleichterung. Die Deutsche gilt als „erfolgreichste Katzenfängerin” des Vereins. „Die laufen schon weg, wenn sie mein Auto sehen”, scherzt sie.

Lange schätzt, dass es auf Mallorca rund 50 Tierschutzvereine gibt. Man helfe sich punktuell, ansonsten gebe es wenig Verbindungspunkte. „Dafür haben wir alle viel zu viel zu tun”, sagt sie. Schwer genug ist es auch so. Alleine die Anmeldungen für einen „nucleo zoológico”, der es einem erlaubt, Tiere zu halten, ist kompliziert.

„Die Auflagen wiegen schwer, das kostet alles Geld”, sagt Karl Miesel, der bei SOS Animal mitarbeitet. Der ehemalige Angestellte beim Chemie-Riesen BASF war nach Mallorca ausgewandert und „langweilte” sich. Darüber kann er sich jetzt jedenfalls nicht mehr beschweren, Arbeit ist genug da, auch weil das Geld meistens knapp ist. Rund 150.000 Euro braucht SOS Animal jährlich, um die Anlage sowie zwei feste und zwei ehrenamtliche Mitarbeitern zu unterhalten. Rund 100 Tiere werden auf der Anlage in Calvià versorgt. „Für diese Menge haben deutsche Tierheime etwa zehn Mitarbeiter”, sagt Miesel. Dabei gibt es Erweiterungspläne, die SOS-Station soll noch größer werden.

Positiv bewertet Lange, dass sich in den Gemeinden viele Vereine gründen. Sicher hätten die Ausländer, anfangs die Engländer, dann später auch die Deutschen, viel zum Tierschutz beigetragen, sagt Lange. „Am schönsten ist aber, dass auch die Spanier aktiver geworden sind”. Da hätte sich auch dank der Aufklärungskampagnen einiges getan.

„Im Winter, wenn viele nicht arbeiten, haben wir auch spanische Volontäre”, sagt Miesel. Es ist also nichts umsonst, auch wenn die Helfer manchmal müde sind. Maxi Lange zeigt Fotos von glücklichen Hundebesitzern auf ihrem Smartphone, die ihr teilweise aus Deutschland geschickt wurden. „Das ist die schönste Belohnung”, sagt sie und lächelt.

Wer SOS Animal näher kennenlernen will: An diesem Sonntag, 27. September, präsentiert sich der Verein in Puerto Portals (hinter dem Lokal Cappuccino) von 11 bis 19 Uhr mit Ständen, Essen und Trinken sowie einer Hundeschau.

WEITERE TIERSCHUTZVEREINE AUF MALLORCA
(Die aufgeführten Vereine stellen nur eine Auswahl dar)

SPAP Mallorca, S’Indioteria (Palma), Telefon 971 47 00 60

Tierhilfe Mallorca, Andratx, Telefon 659569 077

Amics dels Animals, Esporles, Telefon 617 605 017

Asociación Protectora Facebook:Asociación Protectora de Capdepera

Ben Tratacts Altarriba, Campos, Telefon 639 139 680

Centro Canino Internacional, Palma, Telefon 971 261 149

First Aid Animals Mallorca, Felanitx, Telefon 676 370 921

SOS Animal, Calvià, Telefon 670 022 963

Mallorca Tierhilfe, Sant Llorenç, sylviarenke@terra.com

Binianimals, Binissalem, Facebook:binianimals

Feliz Animal, Andratx, Telefon 676 366 814

(aus MM 39/2015)

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