Doku-Soap auf Gesichtersuche

| Santa Ponça, Mallorca |
Kamerafrau Eva Gühne filmt, wie Auswanderin Andrea Lang im Kultbistro in Santa Ponça Spenden für einen Obdachlosen sammelt

Das kommt ins Fernsehen: Kamerafrau Eva Gühne filmt, wie Auswanderin Andrea Lang im Kultbistro in Santa Ponça Spenden für einen Obdachlosen sammelt.

Foto: Foto: Schittelkopp

Das ist der Stoff, aus dem Fernsehbilder gemacht sind: Ein Obdachloser bekommt beim Auswanderer-Treff in Mallorcas Südwesten Spenden überreicht, um damit durch die kalte Jahreszeit zum kommen. Der Organisatorin der Zusammenkunft stehen Tränen in den Augen. Und die Besitzerin des Cafés, in dem sich das abspielt, freut sich, weil sie helfen konnte.

Alles begleitet von der Kamera. Ein Drehteam aus Leipzig nahm die Szenen im "Kultbistro König von Mallorca" in Santa Ponça auf, dort treffen sich jeden zweiten Freitag im Monat die Mitglieder der Facebook-Gruppe "Auswandern nach Mallorca (Anregungen und Tipps von Auswanderern)". Zum ersten Mal wurden sie für das deutsche Fernsehformat "Goodbye Deutschland – die Auswanderer" begleitet.

Die Doku-Soap "Goodbye Deutschland" wird seit 2006 auf dem Sender Vox ausgestrahlt. Rund eine Million Zuschauer schalten dienstags ein, um das Leben der Auswanderer zu verfolgen. Im Mittelpunkt stehen Einzelpersonen oder Familien, die einen Neustart im Ausland wagen - und nicht selten scheitern.

Einen Schwerpunkt bildet dabei Mallorca, der Insel widmet sich auch die Sondersendung "Viva Mallorca". Die Protagonisten Jens Büchner und Jennifer Matthias aus Cala Millor erlangten in Fankreisen einen gewissen Bekanntheitsgrad. Auch TV-Blondine Daniela Katzenberger und das Café Katzenberger in Santa Ponça verdanken ihre Berühmtheit diesem Format. Drei Produktionsfirmen arbeiten für die Fernsehsendung.

"Goodbye Deutschland erzählt wahre Geschichten", erklärt Fernsehredakteur Ralph Pauly den Erfolg der Reihe. Viele Menschen würden sich nicht trauen, auszuwandern, in der Doku-Soap könnten sie sich ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort machen und welche Probleme auf sie zukommen: "Wir haben bestimmt schon einigen Leuten die Angst genommen", sagt der Journalist.

Beim Auswanderer-Treff will das Team nicht nur neue Szenen für seine Sendung drehen ("der Ausstrahlungstermin steht allerdings noch nicht fest"), sondern auch Neu-Mallorquiner kennenlernen, die sich für die Sendung mit der Kamera begleiten lassen. Maurice und seine Frau Karin Gritzmacher, beide fernseherfahren und Betreiber des "Kultbistros", luden das Kamerateam ein.

Protagonistin der Doku-Folge aus Santa Ponça könnte Doris Kirch werden. Sie gründete die Auswanderergruppe bei Facebook und veranstaltet die Treffen. Ihr folgte die Kamera an diesem Freitagabend, zudem gab sie mehrere Einzelinterviews. Sie stand zum ersten Mal vor der Kamera: "Es war angenehm, das Team hat immer wieder gefragt, ob ich mich wohlfühle", erzählt die Sprachlehrerin. Sie möchte mit ihrem Fernsehauftritt vor allem ihre Facebook-Gruppe bekannt machen und den Mitgliedern so Gutes tun. Denn mehr Menschen könnten mehr bewirken.

Vor laufender Kamera bekam so ein Mitglied der Gruppe, das in Palma auf der Straße lebt, Spenden überreicht. Sowohl die anderen Mitglieder hatten gesammelt, als auch Karin Gritzmacher hatte mit Fürst von Sayn-Wittgenstein einen prominenten Spender aufgetrieben. Dafür gab es Applaus von Publikum und Drehteam.

(aus MM 42/2015)

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