Noch eine Königsschwester mit Ärger auf Mallorca

Palma de Mallorca |
Die Abrissarbeiten im Carrer Torre de Peraires begannen Anfang 1996 mit dem Königswappen oben an der Fassade.

Die Abrissarbeiten im Carrer Torre de Peraires begannen Anfang 1996 mit dem Königswappen oben an der Fassade.

Die Abrissarbeiten im Carrer Torre de Peraires begannen Anfang 1996 mit dem Königswappen oben an der Fassade.Die heute 79-jährige Pilar de Borbón ist die Schwester von Juan Carlos.

Infantin Cristina ist nicht die erste Bourbonin, die auf Mallorca Probleme mit Recht und Gesetz hat.

Während der 50-Jährigen derzeit Beihilfe zur Steuerhinterziehung ihres Ehemanns Iñaki Urdangarin vorgeworfen wird, ging es im Fall von Pilar de Borbón - ihres Zeichens Schwester von Ex-König Juan Carlos - um Bausünden in Palmas Viertel Porto Pí. Exakt 20 Jahre ist es her, dass ihr Einfamilienhaus im Carrer Torre de Peraires auf Anordnung der Stadt abgerissen werden musste. Die Arbeiten begannen im Januar 1996 und endeten Anfang März. Ein Jahr später folgte dann noch eine Garage, die ebenfalls dem Erdboden gleichgemacht wurde.

Als Erstes wurde seinerzeit fein säuberlich das königliche Wappen in Form eines Löwen mit Krone von der Fassade abgemeißelt. Grund für die Abrissverfügung war eine Aufstockung und Verbreiterung, die ohne Genehmigung erfolgt war, wie es damals auf der Insel oft vorkam. Nach dem Tod ihres Ehemanns, des Herzogs von Badajoz, wurde an der verwitweten Adligen ein Exempel statuiert. Helfen konnten ihr weder wohlwollende Presseberichte noch eine Petition von Bürgern, die ihre beliebte Nachbarin nicht verlieren wollten und die Apartment-Bauten in der Nachbarschaft störender und illegaler fanden als das ehemalige Fischerhaus der Doña Pilar.

Anders sahen es jedoch ein direkter Anwohner, dem durch den Schwarzbau die Sicht genommen wurde, sowie die sozialistische Stadtregierung unter Bürgermeister Ramón Aguiló. Nach einigem Hin und Her mit diversen Gerichtsbeschlüssen blieb auch dessen PP-Nachfolger Joan Fageda nichts anderes übrig, als das Gebäude beseitigen zu lassen. Heute steht dort ein neues Wohn- und Geschäftshaus.

Im Gegensatz zu Prinzessin Cristina, die für ihre mutmaßlichen Vergehen öffentlich massiv in der Kritik steht, wurde damals von den Medien kurioserweise ernsthaft diskutiert, ob es der Königsfamilie zuzumuten sei, sich an die Baugesetze zu halten.

Nach kurzzeitigen Irritationen ließ sich Pilar de Borbón jedoch nicht von ihrer Vorliebe für Mallorca abbringen. Noch heute wird sie regelmäßig beim Inselurlaub mit Schwägerin Sofía gesichtet. Rar macht sich nach seiner Abdankung hingegen Ex-König Juan Carlos. Medienberichte vermuten ihn häufig in Damenbegleitung in Monaco. Repräsentative Familientermine auf der Insel nimmt er jedenfalls nicht mehr war. (mic)

(aus MM 9/2016)

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