Grillen an Mallorcas schönsten Plätzen

| Lluc, Mallorca |
Mit Wachstuchdecke: Während die einen noch grillen, lassen es sich die anderen schon schmecken.

Mit Wachstuchdecke: Während die einen noch grillen, lassen es sich die anderen schon schmecken.

Foto: Foto: Schittelkopp
Mit Wachstuchdecke: Während die einen noch grillen, lassen es sich die anderen schon schmecken.Die Männer sind an diesem Sonntag für das Essen verantwortlichFachsimpeln: Auch junge Leute kommen gern in Gruppen zum Grillen. Die Feuerstelle ist dabei oft in Männerhand

"Irgend etwas vergessen wir immer", schimpft eine junge Frau. Heute ist der Grillrost zu Hause geblieben. Darüber können Ramón und Joan nur milde lächeln. Die beiden Freunde im fortgeschrittenen Alter sind Grillprofis: "Wir haben immer alles dabei", erzählen sie nicht ohne Stolz. Die beiden sind an diesem Februartag mit Freunden und Ehefrauen zum Kloster Lluc gefahren, um die "Barbacoa" anzuwerfen: "Wir genießen es einfach, in der Natur zu sein und gut zu essen." Am Kloster befindet sich ein Naherholungsgebiet mit öffentlichem Grillplatz.

Die Rauchsäule ist von Weitem zu sehen, der typische Grillgeruch steigt dem Besucher bereits auf dem Parkplatz in die Nase. 29 solcher Erholungsgebiete, die mit Feuerstellen ausgestattet sind, gibt es auf Mallorca. Ein Großteil von ihnen befindet sich in der Tramuntana. Einige wollen erwandert werden, andere verfügen über einen Parkplatz, und wieder andere befinden sich in direkter Nachbarschaft zu einer Bahnstation. Viele verfügen über Toiletten und Möglichkeiten, den Müll vor Ort zu entsorgen.

In den sogenannten Areas Recreativas kann jeder grillen, der möchte. Ausnahme ist die Zeit, in der Waldbrandgefahr herrscht (1. Mai bis 15. Oktober). Doch jetzt im milden Winter tummeln sich sonntags Dutzende Grüppchen in der Zone Ca s'Amitger am Kloster Lluc. Das Barbecue ist mehr als ein simples Mittagessen, meist wird der halbe Tag in der Natur verbracht. Gegrillt wird gern in großen Gruppen, in Familie oder mit Freunden. Deutlich wird dies bereits an den Ausmaßen der Tische, an denen locker zehn bis zwölf Personen Platz finden.

15 Personen sind es im Fall einer ecuadorianischen Großfamilie, die zwei Tische ergattert hat. Die Kinder drehen schreiend ihre Runden, der Schoßhund hüpft hinterher, obwohl Haustiere auf den Grillplätzen nicht gestattet sind. Aus einem kleinen Radio klingt Bachata. Die Männer stehen am Grill versammelt: "Wir lieben es, hierher zu kommen", sagen sie. Meist fahren sie schon früh morgens los, um sich gute Plätze zu sichern. Warum sie denn nicht zu Hause grillen? "Wir haben keinen Garten und zu wenig Platz für alle", lautet die einfache Antwort.

Die Frauen sitzen schon, unterhalten sich und warten auf das Fleisch. Vor ihnen auf dem Tisch liegt eine bunt gemusterte Decke, davor steht eine ganze Batterie an Plastikflaschen mit süßen Getränken sowie Brot und Plastikteller. "Es ist schon viel Aufwand, das alles hierherzubringen", erzählen die Frauen, "aber wir haben ein Auto, das geht." Als sie noch nicht über einen fahrbaren Untersatz verfügten, musste die Familie immer mit dem Zug fahren, nach Llubí beispielsweise, "das war anstrengend".

Einen Tisch weiter sitzt eine Gruppe von jungen Leuten. Die Freunde haben jede Menge Rotwein mitgebracht, und die Musik ist dort ein wenig lauter. Während die jungen Männer am Grill fachsimpeln, lachen die Mädchen gemeinsam und schießen Fotos. "Hier haben wir unsere Ruhe und können Spaß haben", erzählen die Mallorquiner. Wenn sie zu Hause grillen würden, wären die Eltern dabei.

Die junge Frau ohne Grillrost hat sich in der Zwischenzeit bei den Grillnachbarn einen ausleihen können. Wurde auch Zeit, denn ihr Kind hat Hunger, es quengelt. Doch es muss sich noch ein wenig gedulden, "geh doch spielen", sagt die Mutter, denn nur wenige Meter weiter gibt es einen Spielplatz.

Die Rauchschwaden der Grills mischen sich mit dem Stimmgewirr zu einer gemütlichen Atmosphäre. Wanderer machen lange Hälse in Richtung des Barbecue-Platzes. Sie wollen in einem der Lokale vor dem Kloster essen. Das kann sich von den Grillern auf dem Ausflugsplatz keiner vorstellen: "Ist doch toll hier", sagt Ramón. Seine Frau zieht die Wolljacke zu, es wird frisch am Nachmittag, doch sie nickt zustimmend.

29 Grillmöglichkeiten auf der Insel

42 Naherholungsgebiete sind auf Mallorca ausgewiesen, 29 davon verfügen über Grillmöglichkeiten. Zubehör wie Kohle, Holz und auch Rost müssen selbst mitgebracht werden. An einigen Stellen gibt es kleine Verkaufskioske, an anderen muss man seinen Grillnachbarn bitten, wenn man etwas vergessen hat. Die Liste der sogenannten Areas Recretivas und ihrer Ausstattung ist auf der Internetseite der Inselregierung www.caib.es unter dem Stichwort Ibanat zu finden.

(aus MM 09/2016)

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