So (wenig) schlafen die Spanier

Mallorca |
Landwirt Roberto Ortego braucht täglich anderthalb Stunden Siesta.

Landwirt Roberto Ortego braucht täglich anderthalb Stunden Siesta. Foto: Arte / "Bild: Sendeanstalt/Copyright".

Wer schläft wie? Eine Doku-Serie unter dem Titel "So schläft die Welt" untersucht diese Frage. Die fünf Folgen sind als Erstausstrahlung vom 17. bis zum 20. Mai bei Arte zu sehen. Am Mittwoch, 18. Mai, geht es ab 15.50 Uhr um Spanien.

Die meisten Spanier leiden Experten zufolge unter chronischem Schlafmangel. Im europäischen Vergleich schlafen sie am wenigsten, durchschnittlich eine Stunde weniger als Deutsche oder Franzosen. Laut Diego García Borreguero, Direktor des Schlafforschungsinstituts in Madrid, ist Spanien ein Land, "das dem Schlaf immer wenig Bedeutung beigemessen hat".

Eine wichtige Ursache für das verbreitete Schlafdefizit ist der typische spanische Lebensrhythmus mit üppigen, späten Mahlzeiten, ausgiebigem Nachtleben und der Angewohnheit, bis tief in die Nacht fernzusehen.

Gleichzeitig können immer weniger Spanier die Siesta, den traditionellen Mittagsschlaf, praktizieren. Denn im modernen Spanien ist das Leben vorwiegend städtisch geprägt, und die Entfernungen zwischen Wohnung und Arbeitsplatz sind zu groß, um mittags nach Hause zu gehen und Siesta zu halten. Außerdem richtet sich der Arbeitstag immer häufiger nach den globalen Rhythmen der internationalen Arbeitswelt mit frühem Arbeitsbeginn und kurzer Mittagspause.

Andere Faktoren, die vielen Spaniern den Schlaf rauben, sind ökonomische Sorgen als Folge der Wirtschaftskrise oder Umweltfaktoren, wie etwa die hohe Lärmbelastung.

Auf der Suche nach den Ursachen des spanischen Schlafmangels hat sich die Filmemacherin Marion Schmidt ins Nachtleben gestürzt, die Familie eines Landwirts im ländlichen Chinchón besucht, Büroangestellte in Madrid beim Lunch getroffen und eine arbeitslose Schauspielerin mit Schlafstörungen durch die Nacht begleitet.

Die anderen Folgen der Doku-Serie beschäftigen sich mit Deutschland, Japan, den USA und Frankreich.

(aus MM 20/2016)

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