Von Mallorca zur Berlinale

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"Martha" wurde in Cala Rajada, Capdepera, Cala Torta und Campos gedreht.

"Martha" wurde in Cala Rajada, Capdepera, Cala Torta und Campos gedreht.

Foto: R.C.
"Martha" wurde in Cala Rajada, Capdepera, Cala Torta und Campos gedreht.Carmen Molinar pendelt zwischen Bremen und Cala Rajada.

Das muss man sich einmal vorstellen: Ein deutscher Kurzfilm, entstanden auf der Insel, hat beim Evolution Mallorca International Film Festival Weltpremiere, danach steigt die Hauptdarstellerin in den Bus - und wird prompt vom Fahrer erkannt.

Der Film heißt "Martha", die Protagonistin ist Carmen Molinar, Schauspielerin, Drehbuchautorin und Produzentin. Im Februar wird die Cineastin, die zwischen Bremen und Cala Rajada pendelt, zu den Filmfestspielen nach Berlin reisen, um dort "Martha" beim European Film Market, der Fachmesse im Rahmen der Berlinale, zu präsentieren.

Nach dem mehrfach prämierten und neunmal nominierten Kurzfilm "Maria" ist "Martha" der zweite Teil einer Trilogie. Molinar spielt eine 50-jährige dreifache Mutter, die mit ihrer Familie auf Mallorca lebt. Nach dem Tod ihres Mannes überdenkt sie ihr Leben und verlässt die Familie. Die Regie bei dem Film führte Florian Gottschick, die Mutter der Protagonistin wird von Christiane König gespielt, die 1955 bei den "Mädels vom Immenhof" vor der Kamera stand. "Martha" wurde in Cala Rajada, Capdepera, Cala Torta und Campos gedreht.

Demnächst wird Molinar auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Balearen zu sehen sein. Für IB3 hat sie erst kürzlich ihre erste Rolle in Katalanisch übernommen. In der Verfilmung spielt sie die Rolle der Clara Hammerl.

Die gebürtige Ostpreußin heiratete 1889 in Berlin den Mallorquiner Guillem Cifre de Colonya. In Pollença betrieb das Ehepaar eine laizistische Schule und die Sparkasse, die bis heute existiert. Nachdem Cifre sich 1908 das Leben genommen hatte, leitete Hammerl die Sparkasse bis 1916 weiter. Sie war mithin die erste Frau in Spanien, die einem Finanzinstitut vorstand. In der konservativen Dorfgesellschaft wurde sie dafür angefeindet, zumal als Ausländerin und Protestantin. Hammerl starb 1931 in Argentinien, wo sie ihre letzten Lebensjahre verbrachte.

(aus MM 2/2017)

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