Lifting für einen schwimmenden Botschafter

| Can Pastilla, Palma de Mallorca |
Der Anstrich des Unterbodens wurde komplett entfernt, um den Zustand des Holzrumpfes überprüfen zu können.

Der Anstrich des Unterbodens wurde komplett entfernt, um den Zustand des Holzrumpfes überprüfen zu können.

Foto: G. Alomar
Der Anstrich des Unterbodens wurde komplett entfernt, um den Zustand des Holzrumpfes überprüfen zu können.So soll "La Balear" auch im kommenden Jahr wieder durch das Meer Mallorcas pflügen.

Zum ersten Mal seit seiner Komplettrestaurierung vor 13 Jahren wird "La Balear" derzeit einem eingehenden Check unterzogen. Das einstige Fischerboot, das seit 1998 unter Denkmalschutz steht, ist eine Art schwimmender Botschafter Mallorcas.

Aufgedockt ist das 14 Meter lange Schiff im Club Náutico Sant Antoni in Can Pastilla. Vier Mitarbeiter der Bootszimmermannsschule des Inselrats und zwei Besatzungsmitglieder prüfen den Zustand der fast hundertjährigen "Balear" auf Herz und Nieren, wozu auch der Unterboden bis auf das Holz abgeschliffen wurde.

"La Balear" lief 1924 auf der Palma-Werft der Brüder Ballester vom Stapel, als "Barca de bou", so be-nannt nach einer Schleppnetz-Technik. Obwohl als Segelschiff konzipiert, wurde "La Balear" schon 1925 motorisiert. Bis 1995 war das Fahrzeug als Fischerboot im Einsatz.

Da es sich um das letzte existierende Boot dieser Art handelt, stellte es der Inselrat unter Denkmalschutz und ließ es aufwendig restaurieren - und wieder mit dem charakteristischen Lateinersegel ausstatten. Seit 2004 wird "La Balear" auf Messen gezeigt, nimmt an Oldtimer-Regatten teil oder wird von Schulklassen besucht. Rund 2000 Besucher hat das Boot jede Saison.

Nach wie vor ungeklärt ist die Frage, was mit den übrigen schwimmenden Schätzen der Insel passieren wird. Etliche Boote sind zwischengelagert (unter anderem in den Höhlen unter dem Schloss Bellver), aber das Projekt eines nautischen Museums, über das schon seit Jahren geredet wird, mag einfach nicht vorankommen.

(aus MM 3/2017)

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