Full House: Festgottesdienst mit Käßmann und viel Musik

Palma de Mallorca |

Feierlicher ökumenischer Gottesdienst in der Kathedrale von Palma. Video: pl

Eine nahezu vollbesetzte Kathedrale in Palma - das entspricht bis zu 3000 Menschen - ist zum Schauplatz und Andachtsort des ökumenischen Festgottesdienstes geworden, der am Sonntagnachmittag in Anwesenheit zahlreicher Würdenträger internationaler Kirchen zelebriert wurde. Als prominenteste deutsche Vertreterin sprach Margot Käßmann als Botschafterin des Reformations-Jubiläums 2017 über Martin Luther. Aus diesem Grund waren auch sehr viele deutsche Residenten und Urlauber in das Gotteshaus geströmt.

Unterdessen warfen die politischen Ereignisse in Katalonien auch einen Schatten auf die Veranstaltung. So hatte der noch amtierende Weihbischof von Barcelona und designierte Bischof von Mallorca, Mons. Sebastià Taltavull, seine Teilnahme absagen müssen. Auch der deutsche Botschafter Peter Tempel hatte seinen ursprünglich geplanten Aufenthalt auf Mallorca verkürzt. Er war bereits vorzeitig wieder nach Madrid gereist.

Nichtsdestotrotz erwies sich der Festgottesdienst als eine bewegende Zusammenkunft, bei der auch viele feierliche Klänge zu lauschen waren: Der Auftakt des diesjährigen Festivals Música Mallorca war in den Festgottesdienst integriert worden.

In ihrer Rede setzte Margot Käßmann den Geist der Ökumene in Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen. "Gerade in Europa, wo die Nationalismen aus der Mottenkiste geholt werden, da zeigen wir, das wir eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern über Grenzen hinweg sind." Sie sah darin eine Überstimmung mit den Lehren Martin Luthers: "Der Reformator war davon überzeugt, dass das christliche Leben nicht im Abseits stattfindet sondern mitten im Leben."

Neben der Katholischen Kirche als Gastgeberin in der Kathedrale und der Deutschen Evangelischen Kirche waren in dem Gotteshaus auch Vertreter der Anglikanischen Kirche, der schwedischen Kirchengemeinde auf Mallorca sowie der Rumänisch-Orthodoxen Kirche zugegen.

Die Kirchenvertreter begrüßten die Einigkeit im Glauben. "Es steht ganz klar im Vordergrund, dass uns mehr verbindet als uns trennt", sagte Käßmann. Ökumene sei die "versöhnte Verschiedenheit" der Kirchen. Eine Einheitskirche wäre für Käßmann genauso wenig kreativ wie eine Einheitspartei. "Das Hauptziel ist für mich, dass wir zusammen Abendmahl feiern können, trotz der Unterschiede."

Das musikalisches Programm bei freiem Eintritt gestalteten im Rahmen des Música-Mallorca-Festivals Tohru Iguchi, Bariton, Tomeu Mut, Organist der Kathedrale von Mallorca, der Posaunenchor Bad Meinberg, Bläser der Lippischen Landeskirche Detmold und der Chor der Braunschweiger Friedenskirche. (as/mb)

Margot Käßmann hatte MM zuvor per Interview Rede und Antwort gestanden. Mehr dazu finden Sie hier.

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