Balearen-Regierung zeigt Video über Transsexualität

| Mallorca |
"Nichts, er hat mich mit einem Mann verwechselt", sagt die ahnungslose Frau zu der Schauspielerin, die sich als Vorgesetzte ausg

"Nichts, er hat mich mit einem Mann verwechselt", sagt die ahnungslose Frau zu der Schauspielerin, die sich als Vorgesetzte ausgibt.

Foto: Screenshot

"Wo habt ihr denn heute eure Frauen gelassen? Zu Hause?", der Barista will fröhlich plaudern. Doch seine drei Kundinnen – allesamt Damen im mittleren Alter – schauen sich nur verwundert an: "Aber wir sind doch Frauen", sagen sie. "Hallo Schöne", begrüßt der Kellner freundlich seinen nächsten Gast. Der junge Mann wiederholt fragend: "Schöne?"

Die Balearen-Regierung wird derzeit in den sozialen Netzwerken für ein Video gefeiert, das sich mit Transsexualität auseinandersetzt. Die Geschichte darin: In einem Foodtruck im Zentrum Palmas können ahnungslose Passanten kostenlos einen Kaffee probieren. Der Barista verwechselt allerdings mit Sicherheit die Geschlechter der Kunden. Und die sind darüber gar nicht amüsiert.

Schon körperlich kann der Zuschauer die Fremdscham spüren, als ein junger Mann den Kellner fragt, ob er denn die Stimme und die Haare einer Frau habe. Dieser antwortet mit "Ja!". Sogar den Personalausweis lässt sich der Barista zeigen: "Du gibst mir den Perso von einem Mann, ich sehe aber eine Frau vor mir."

Die unwissenden Kunden reagieren mal belustigt und mal verärgert. Schlussendlich ruft der Schauspieler hinter der Bar seine Vorgesetzten. Diese Rolle ist mit Transsexuellen besetzt.

Sie zeigen großes Verständnis für den Ärger, den die Gäste in diesem Moment empfinden. "So geht es uns jeden Tag, dass unser Geschlecht verwechselt wird." Staunende Gesichter. "Wenn wir nicht unseren Ausweis ändern können, glaubt uns niemand, dass wir Mann oder Frau sind."

Abschließend wird die ganze Aktion aufgeklärt: Es handelt sich um eine versteckte Kamera und der Barista ist ein Schauspieler, der seine Rolle wirklich gut spielt. Anliegen der Balearen-Regierung ist es, mit dem Video auf die Probleme und Rechte der Transsexuellen aufmerksam zu machen.

(aus MM 2/2018)

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