So wird Mallorca den Jahreswechsel feiern

| Palma, Mallorca |
Was nach Karneval aussieht, gehört auf Mallorca zu den Bräuchen am Silvesterabend: Verkleidung und zwölf Glückstrauben während d

Was nach Karneval aussieht, gehört auf Mallorca zu den Bräuchen am Silvesterabend: Verkleidung und zwölf Glückstrauben während der Glockenschläge um Mitternacht essen.

Foto: Miquel Àngel Cañellas
Was nach Karneval aussieht, gehört auf Mallorca zu den Bräuchen am Silvesterabend: Verkleidung und zwölf Glückstrauben während dTraditioneller Brauch: Zu jedem der zwölf Taktschläge der Turmuhr um Mitternacht wird eine Glückstraube gegessen.

Alle Jahre wieder kommt er, der Jahreswechsel. Doch wo und wie feiern die Insulaner den Start ins Jahr 2019? MM gibt einen Ausblick auf die größten Partys und Neuigkeiten im Ablauf.

Die größten öffentlichen Silvesterfeiern auf der Insel steigen wieder in Palma. Weil sich das Konzept in den vergangenen beiden Jahren bewährt hat, wird es wieder zwei offizielle Partys geben: eine auf dem Rathausplatz Plaça de Cort und eine auf der Plaça de Joan Carles I am Paseo del Borne. Die Party auf der Plaça de Cort beginnt um 23.15 Uhr mit einer musikalischen Performance der „La Movida Band”, einer mallorquinischen Gruppe, die spanische Popkünstler covert. Um Mitternacht läutet die Turmuhr La Figuera außerdem wie gewohnt den Jahreswechsel ein. Das Programm mit „La Movida” soll etwa bis 1 Uhr dauern.

Die Party auf dem Borne beginnt schon um 22.30 Uhr mit der Band „Cold Sweat”. Zu deren Repertoire gehören die besten Rock- und Soul-Hits aller Zeiten mit Songs von den Beatles, Rolling Stones und Creedence Clearwater Revival. Kurz vor Mitternacht wird die Rathausuhr wie auch in den vergangenen Jahren per Leinwandübertragung dazugeschaltet. Bis 3 Uhr wird mit „DJ Nou” weitergefeiert. Die Stadtbusse fahren nachts auf den Linien 3 und 15 verstärkt, zudem sind die Nachtbusse 24 und 31 im Einsatz.

Zum traditionellen spanischen Ritual an Silvester gehört der Verzehr von zwölf Glückstrauben, den möglichst kleinen grünen „Uvas de la suerte”. Das Ritual sollen geschäftstüchtige Bauern des spanischen Festlandes bereits 1909 etabliert haben. Bei jedem Glockenschlag um Mitternacht wird eine Traube gegessen und man darf sich etwas wünschen. Um sich nicht zu verschlucken, wurde der Abstand zwischen den Glockenschlägen vor einigen Jahren amtlich sogar auf drei Sekunden verlängert. Ursprünglich gibt den Takt dafür die Liveübertragung der Uhr von der Puerta del Sol in Madrid vor. Dort steigt eine der größten Feiern Spaniens, die von Tausenden Menschen besucht wird.

Neuerung und zugleich große Ehre in diesem Jahr: Die Plaça Nova in Sant Llorenç wird 2018/19 zum Live-Übertragungsort für den Glockenschlag. Die Mediengruppe Mediaset España, spanischer Ableger des Medienimperium des italienischen Politikers Silvio Berlusconi, betreibt hierzulande den Privatsender Telecinco. Die Gruppe hat sich dafür entschieden, den Event an einem Ort stattfinden zu lassen, der in diesem Jahr besonders betroffen war, heißt es aus Unternehmenskreisen. Das Dorf im Inselnordosten war am 9. Oktober von einer Flutwelle heimgesucht worden, 13 Menschen starben damals. Telecinco überträgt live, moderiert wird das Ganze von TV-Abenteurer Jesús Calleja und Moderatorin Lara Álvarez.

In vielen Dörfern der Insel wird oftmals auf dem Kirchplatz gefeiert, nicht selten gibt die Gemeinde dort Sekt und Weintrauben kostenlos aus. Auf Privatpartys präsentieren die Gastgeber die kleinen Trauben bereits abgezählt auf einem Teller oder portioniert im Stoffsäckchen. Gutes Essen mit mehreren Vorspeisen und einem Fleisch- oder Fischgericht ist hierzulande Bestandteil eines traditionellen Silvesterabends. Da zahlreiche Restaurants ein Silvestermenü anbieten, wird oft auswärts gegessen.

Ein bisschen karnevalistische Verkleidung gehört zu Silvester auf Mallorca immer dazu: Pappnasen, Hüte und Perücken. Und dann gibt es noch den Brauch mit der roten Unterwäsche. Ob Frau, ob Mann – sie muss dem Träger geschenkt worden sein, dann steht dem Glück und dem intakten Liebesleben angeblich im neuen Jahr nichts mehr im Wege. Egal wo gefeiert wird, „Molts d’anys” (Viele Jahre), ausgesprochen „Molts dains”, passt immer.

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Heinicke / Vor 7 Monaten

Hallo, trotz Verkaterung frage ich mich immer noch, warum gab es dieses Jahr vor der Kathedrale kein Feuerwerk??? Viele haben umsonst gewartet.