Biggi Bardot: „Nacktschnecke” war gestern

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An der Playa de Palma fühlt sich Biggi Bardot zu Hause. Auch im Winter, wenn der Strand etwas leerer ist und der Wind schon mal stärker weht.

An der Playa de Palma fühlt sich Biggi Bardot zu Hause. Auch im Winter, wenn der Strand etwas leerer ist und der Wind schon mal stärker weht.

Foto: nimü
An der Playa de Palma fühlt sich Biggi Bardot zu Hause. Auch im Winter, wenn der Strand etwas leerer ist und der Wind schon mal stärker weht.Bei ihren Auftritten hat die Sängerin keine Berührungsängste.Man kann Biggi Bardot auf Mallorca auch in Palmas Zentrum treffen.

„Für viele Menschen ist nackt gleich Porno”, meint Biggi Bardot kopfschüttelnd. „Aber ich bin kein Pornostar. Ich habe keine Pornofilme gedreht“, betont die 39-Jährige. Eine Ausnahme gibt es allerdings: 2002 entstand im Rahmen eines Casting-Wettbewerbs eine Hardcore-Szene mit Biggi und zwei Männern. „Damals habe ich für mich entschieden, dass das absolut nicht mein Ding ist. Diese 14 Minuten und 35 Sekunden sind die größte Sünde meines Lebens”, meint die Hamburgerin und lacht. Porno nein, aber dass sie durch Erotik und ihre Nacktauftritte zum Star geworden ist, dazu steht Biggi Bardot, die mit bürgerlichem Namen Birgit Günther heißt.

Erotik-Model, Striptease-Tänzerin, Nackt-Moderationen. Sie war in TV-Sendern wie 9Live oder Das Vierte leicht bekleidet zu sehen, hatte teilweise eigene Sendungen. Dann entdeckte sie der Ballermann. Seit 2013 tritt Biggi im Bierkönig an der Playa de Palma auf, im vergangenen Jahr kam Krümels Stadl in Peguera dazu. Man kannte die gelernte Friseurin nicht nur in den genannten Locations als „Nacktschnecke”. Das ist allerdings vorbei.

„Seit Anfang 2018 ziehe ich mich auf der Bühne nicht mehr aus. Und es funktioniert angezogen tatsächlich besser”, berichtet Biggi und scheint es selber kaum glauben zu können. „Ich war knapp 20 Jahre in der Erotik tätig. Nach einer so langen Zeit kommt irgendwann der Punkt, an dem man seinen Körper für sich selbst haben will.” Außerdem: „Ich bin keine 20 mehr. Es ist an der Zeit, der Jugend Platz zu machen. Ich finde, ab einem gewissen Alter sollte man sich nicht mehr auf der Bühne ausziehen.” Eigentlich hatte sie diesen Schritt schon als 35-Jährige vollziehen wollen, dann dauerte es aber doch etwas länger. Und seit Anfang dieses Jahres macht Biggi auch keinen Web-Chat mehr. Bis dahin konnte man sie zumindest im Internet noch hüllenlos erleben. „Ich möchte raus aus der Erotik”, stellt der Ballermannstar noch einmal klar.

Die Frau vollzieht gerade einen Imagewechsel. Dazu gehört auch, dass allzu freizügige Fotos im Netz gelöscht werden, wo immer das möglich ist. „Für einen Imagewandel muss man aktiv etwas tun”, ist sie überzeugt. Wohl wissend, dass sie auch in vielen Jahren wohl noch mit dem Begriff „Nacktschnecke” leben muss oder als (ehemaliger) „Pornostar” bezeichnet werden wird. Und damit, dass jemand das Filmchen aufstöbert, das sie als die „größte Sünde” ihres Lebens bezeichnet.

Biggi Bardot will nach vorne schauen, spricht von geplanten Projekten, die über ihre Auftritte als Partysängerin hinausgehen. Auf die Frage, ob man sie vielleicht in Zukunft mal wieder als TV-Moderatorin sehen wird, kommt als Antwort nur ein vielsagendes „Wer weiß ...”. Über „ungelegte Eier” will sie nicht reden.

Fest steht für Biggi, dass ihre Haare wieder blond sein sollen. Allerdings nicht mehr ganz so hellblond wie früher. Mit dieser Haarfarbe hatte sie vor einem Jahr abgeschlossen und war auf brünett gewechselt. „Ich bin 17 Jahre lang Vollzeitblondine gewesen und brauchte eine Änderung.”

Viel hat sich gewandelt im Leben des einstigen Erotik-Stars. So trennte sie sich 2017 nach 15 Jahren Beziehung und 13 Jahren Ehe von ihrem Mann. Später kam sie mit dem Künstlermanager Wolfgang Frank zusammen. Anfang 2018 zog das Paar von Köln nach Mallorca. Zunächst wohnten die beiden in Sa Torre, inzwischen fühlen sie sich in Can Pastilla an der Playa de Palma zu Hause. Dort, wo es im Sommer nicht ganz so trubelig zugeht wie in der Region um den Bierkönig. An der Kulttränke schätzt Biggi, dass es sich bei den Gästen um eine „große Gemeinschaft“ handele. „Jeder kennt im Grunde genommen jeden.“ Allerdings habe sich die Community in den vergangenen Jahren verändert, wie auch andere Szene-Insider beklagen. „Früher hat man sich um jemanden gekümmert, der zum Beispiel im Biergarten eingeschlafen ist und ihn ins Hotel gebracht. Das ist heute nicht mehr so. Es gab Zeiten, in denen hatte man sich mehr lieb.” Grundsätzlich sieht Biggi das Auftreten vieler Playa-de-Palma-Besucher heutzutage kritisch, was zum Beispiel den Umgang mit Müll anbetrifft. „Leider vergessen viele Urlauber, dass sie hier Gäste sind und benehmen sich schlimm.”

Zum neuen Image von Biggi Bardot gehört auch, dass sie musikalisch etwas andere Wege geht. Songs mit schlüpfrigen Texten, die medienwirksam auch schon mal „Porno-Schlager“ genannt wurden, will sie nicht mehr aufnehmen und auch die alten Nummern nicht mehr singen. Das Bühnen-Programm wurde dementsprechend umgebaut. Es soll bei der Musik künftig vor allem ums Feiern gehen, um die Party. Der Song in diesem Sommer hieß „Mallekinder”, am 6. Dezember soll das neue Lied veröffentlicht werden: „Der Mond ist meine Sonne”. „Es geht wieder um die Party an sich und um den Cliquenzusammenhalt”, verrät die Sängerin.

Auch im Winter wird man die einstige „Nacktschnecke” und ihren Wolfgang an der Playa de Palma treffen. Von hier aus geht es per Flieger zu Auftritten im deutschsprachigen Raum. Schließlich stehen die Apres-Ski-Zeit und der Karneval vor der Tür. Und was macht ein Ballermann-Star in der kalten Jahreszeit auf Mallorca? „Ich helfe Wolfgang bei seiner Agenturarbeit. Wir sind viel zu Hause, gehen aber auch oft spazieren. Ich treibe außerdem Sport und fahre Rad. Ich kann jedem nur empfehlen, Mallorca im Winter mit dem Fahrrad zu erkunden. Es sind nicht so viele Leute unterwegs wie im Sommer, es ist nicht so heiß. Und man lernt die Natur ganz anders kennen.”

(aus MM 48/2019)

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