Königsfamilie versetzt das Dorf Petra in Aufruhr

| Petra, Mallorca |

Die Königsfamilie begrüßten die Journalisten und die monarchiefreundlichen Demonstranten.

Foto: cls

Für mehrere Stunden hat am Montag die spanische und auch internationale Presse auf das mallorquinischen Dorf Petra geschaut. Denn die Königsfamilie besuchte den Ort in der Inselmitte während ihres Sommeraufenthaltes auf Mallorca. Felipe VI., seine Frau Letizia und die Töchter Prinzessin Leonor und Infantin Sofía schauten sich das Geburtshaus und Museum Fray Juníper Serra an, der Missionar gilt als Gründer von Los Angeles.

Schon lange vor dem Eintreffen der Königsfamilie begannen die Vorbereitungen für den Besuch. Die Guardia Civil sperrte Straßen ab, jeder, der in Richtung des Museums wollte, musste sich ausweisen. Ein Straßenschild, auf das die gelbe Schleife – Symbol der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens – gesprüht worden war, wurde abmontiert. Die Dorfbewohner stellten Stühle in die Gassen des Ortes oder stiegen auf ihre Dachterrassen, um dem Spektakel beizuwohnen. Rund 100 Journalisten verschiedener Medien rückten in Petra an.

Die Zugänge zum Museum wurden von der Polizei abgeriegelt. An den Absperrungen sammelten sich die Demonstranten, an drei Ecken die Monarchisten und an einer die Republikaner. "Es lebe Spanien, es lebe der König" schallte es durch die Gasse. Von der anderen Seite war "Die Monarchie ist eine Maskerade, der König eine Wurst" zu hören. Für Unmut sorgte die bevorzugte Behandlung der Monarchisten, denn die Guardia Civil rückte die Absperrgitter näher an den Ort des Geschehens heran, ältere Frauen im Rollstuhl wurden fotowirksam positioniert. Auch die Lokalpolitiker des Ortes stellten sich auf.

Kurz nach 19 Uhr traf die Königsfamilie in Petra in einem Seat ein, posierten für die Kameras, bevor es ins Museum von Fra Juníper Serra ging. Letizia trug ein tailliertes rotes Kleid, ihre Tochter Sofía kam auf Krücken. Die Infantin hatte sich bei einem Sturz am Knie verletzt und musste mit fünf Stichen genäht werden, ließ ein Sprecher des Palastes die Journalisten wissen. Prinzessin Leonor wartete während des Rundgangs immer wieder auf ihre Schwester und half ihr.

Nach 40 Minuten setzten Felipe, Letizia und ihre Töchter den Besuch unter der Begleitung des Bischofs Sebastià Taltavull fort. Auf dem Weg zur Kirche Sant Pere wechselten die vier einige Worte mit den Befürwortern der Monarchie sowie den mallorquinischen Politikern. Ein Medienvertreter rief: "Eure Majestät, wie geht es Ihrem Vater? Wo ist Ihr Vater?" Doch es kam keine Antwort.

Am Dienstag besucht die Königsfamilie ein Bildungsprojekt in Palma, am Mittwoch steht ein Treffen mit dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez auf dem Programm. (cls)

Kommentar

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Thomas m Hahn / Vor etwa 1 Jahr

Ein Medienvertreter. Na ja! MedienHETZER wäre passender.

MAjorcus / Vor etwa 1 Jahr

Aufruhr ist etwas anderes - siehe Beirut oder Minsk - aber clickbaiting ist überall ... P.S.: Sehr vorbildlich - mit smartmask auf der Straße!