TV-Tipp: Wie Corona Mallorca verändert

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Freiwillige Helfer der Associació Tardor versorgen in Palma inzwischen Tausende mit Lebensmittelspenden.

Freiwillige Helfer der Associació Tardor versorgen in Palma inzwischen Tausende mit Lebensmittelspenden.

Foto: HR/WDR/Johannes Höflich

Der HR wiederholt am Samstag, 21. November, um 21 Uhr die Doku "Kritisch reisen: Mallorca – Wie Corona die Trauminsel verändert". Erstmals zu sehen war der Film im August im WDR-Programm.

Im Corona-Sommer 2020 ist alles anders. Selbst zu Beginn der Hochsaison haben viele Hotels geschlossen. An den Stränden sieht man nur wenige ausländische Touristen, und Kreuzfahrtschiffe kommen zur Zeit gar nicht mehr. An der berühmten Kathedrale von Palma, vergangenes Jahr noch ein Hotspot des Massentourismus, kann man heute ungestört flanieren.

Die Natur profitiert von diesem plötzlichen Wandel: Die Umweltbelastungen durch Müll und Abwässer sind zurückgegangen, das Meer ist sauber wie nie, Tiere und Pflanzen erobern an vielen Stellen den Raum, den sie sonst den Touristen überlassen müssen.

Viele Mallorquiner finden, dass ihre Insel so schön ist wie lange nicht mehr. Gleichzeitig zeichnet sich für die Einheimischen eine wirtschaftliche Katastrophe ab. Mallorca lebt fast ausschließlich vom Tourismus. Schon jetzt stehen wegen Corona viele Hotels und Geschäfte vor der Pleite. Heerscharen an Kellnern, Köchen und Reinigungskräften sind inzwischen arbeitslos. Viele Saisonkräfte und Selbstständige, die sonst nur zur Hauptsaison nach Mallorca kommen, haben keinerlei Einkommen: sie stehen in den Suppenküchen von Palma für Lebensmittel oder eine warme Mahlzeit an.

Wenn der Tourismus sich nicht bald erholt, fürchten die Menschen hier einen Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft auf der noch letztes Jahr so blühenden Urlaubsinsel im Mittelmeer. Dennoch fragen sich auf Mallorca viele, ob die Rückkehr des Tourismus in der altbekannten Form wünschenswert ist. Dabei geht es zum einen ganz konkret um die Angst vor einer zweiten Infektionswelle, zum anderen aber auch um den schon lange verfolgten Plan, den Tourismus künftig nachhaltiger zu gestalten, mit weniger Belastungen für die Natur und die Bewohner.

Der Film zeigt an verschiedenen Orten, wie dramatisch sich Mallorca durch Corona verändert hat, wie die Menschen auf der Insel damit umgehen und wie ein Urlaub mit und trotz Corona in diesem Sommer aussehen kann.

Kommentar

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cura / Vor 9 Tage

Vor einem Jahr las ich an der Mauer in Palma:" Touristen raus" Jetzt sind sie weg. Aber wohl auch nicht richtig.Denn es wird mächtig gejammert. Jetzt also:"Touristen rein" ?

Karla / Vor 10 Tage

Das ekeligste war das von der Kläranlage die Fäkalien ins offene Meer geleitet wurden und das schon seit 45 Jahren. Wo bleiben die Millionen die Touristen über Jahre einbrachten? Warum wird hier nicht für das Gemeinwohl gehandelt. Jeder Cent der sinnlosen Ausgaben gehört angeprangert. Wer steckt sich da immer aufs neue die Taschen voll?

FM Parker / Vor 11 Tage

Man muss es immer wiederholen, nicht Corona, sondern der Staat verändert bzw. zerstört unser Leben.

Majorcus / Vor 11 Tage

Höchste Zeit, die Vermögenden und ausländischen Immobilien-Eigentümer an den Kosten der Pandemie zu beteilgen. Eigentum verpflichtet!

Roland / Vor 11 Tage

Wie der Tourismus "nach Corona" weiter gehen soll, muß Mallorca selbst entscheiden. Nach diesem Kahlschlag - auch in den Ländern wo die Touristen herkommen - wird es wohl so schnell nicht mehr die alte Welt von 2019 geben. Für den einen eine Freude und für den anderen eine Katastrophe. Die Umwelt wird es auf jeden Fall danken.