Konstantin (r.) mit Luxemburgs Großherzog Jean (l.) in Palma. | J. Aguirre

Konstantin II., der jüngere Bruder von Spaniens Alt-Königin Sofia und letzte König der Hellenen, starb am Dienstag im Alter von 82 Jahren in einer Privatklinik in Athen – fast ein Jahrzehnt nach seiner Rückkehr in sein Heimatland nach 46 Jahren im Exil. Er und seine Frau Anne Marie waren nach dem Putsch 1967, der das Ende seiner kurzen Herrschaft einleitete, aus dem Land vertrieben worden und erst 2013 nach Griechenland zurückgekehrt. Die spanische Königsmutter Sofía pflegte zeitlebens eine enge Beziehung zu ihrem Bruder und ihrer Schwiegertochter, die viele Sommer bei ihr im Marivent-Palast auf Mallorca verbrachten.

Aufgrund dieser engen Beziehung besuchte der griechische Ex-Monarch mehrfach die Balearen. Er war, genau wie sein Neffe, Felipe VI., ein begeisterter Segelsportler. 2001 sah man ihn gemeinsam mit dem Großherzog Jean von Luxemburg durch die Innenstadt von Palma, unter anderem über den Paseo Born, flanieren und den alten Olivenbaum auf der Plaça Cort bewundern. Drei Jahre zuvor entstand ein Foto, das ihn lässig an einer Bootsreling lehnend zeigt, als er sich anlässlich des Segelwettbewerbs Copa del Rey in Palma aufhielt – einer beliebten Zusammenkunft der erweiterten spanischen Königsfamilie.

Konstantin (r.) mit seiner Schwester, der damaligen spanischen Königin Sofía (M.).

Konstantins letzter bekannter Mallorca-Besuch schließlich fand vor gut acht Jahren statt, als er im Rahmen einer Veranstaltung der Internationalen Segelsportvereinigung auf der Insel weilte. Damals besuchter er unter anderem das historische Rathaus von Palma und kam mit dem damaligen PP-Oberbürgermeister Mateo Isern zusammen.

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Konstantin war der einzige Sohn des griechischen Kronprinzen und späteren Königs Paul I. und seiner Frau Friederike, einer Tochter von Herzog Ernst August von Braunschweig. Er entstammte väterlicherseits dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, das ab 1863 die griechischen Könige stellte, und mütterlicherseits den Welfen. Seine Großmutter Viktoria Luise war eine Tochter des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., seine Schwägerin Margrethe II. die amtierende Königin von Dänemark. Prinz Philip war ein Cousin seines Vaters, sodass auch zum britischen Königshaus enge verwandtschaftliche Beziehungen bestanden.

Konstantin auf einer Segelyacht vor Mallorca.

1964 folgte Konstantin im Alter von nur 23 Jahren seinem Vater, König Paul I., nach dessen frühem Tod auf den Thron. Aufgrund seiner Jugend galt seine Thronbesteigung auch als Hoffnung auf Veränderung in einem Land, das noch immer von den Nachwirkungen des griechischen Bürgerkriegs von zwischen Kommunisten und Konservativen betroffen war und wo die Gesellschaft stark zwischen konservativen und sozialistischen Kräften polarisiert war. Der Mangel an Erfahrung des jungen Königs stellte sich jedoch bald als fatal heraus, dies umso mehr, als die griechische Monarchie seit jeher höchst instabil war und schon mehrere Könige hatten abdanken müssen.

Konstantin 2014 vor dem Rathaus von Palma mit OB Isern.

Kurz vor den doch noch angesetzten Wahlen putschte das Militär im April 1967. Die Errichtung der griechischen Militärdiktatur nahm Konstantin II. zunächst ohne Protest hin. Im Laufe des Jahres ließ er jedoch erkennen, dass er die Obristen nicht als seine Regierung betrachtete. Am 13. Dezember des Jahres versuchte er, mit einem dilettantisch geplanten Gegenputsch wieder an die Macht zu kommen. Nach dessen Misslingen ging er, ohne abzudanken ins Exil, zuerst nach Rom – er blieb bis zur Abschaffung der Monarchie 1973 König – und schließlich nach London. Erst 2013 kehrte er nach Griechenland zurück, wo er seinen Lebensabend verbrachte.