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Am Anfang war das Haus, das Silvia de Miguel und ihr Mann Toño in Sa Cabaneta kauften. Zusammen mit zwei weiteren Partnern hatten sie ein Projekt vor: „Ein Platz, der, wie früher, der zentrale Ort des Geschehens des Dorfes ist. Für ein nettes, bunt gemischtes Publikum und alle, die authentische Atmosphäre und gutes Essen suchen.”

Aus der Idee wurde das Café Nou. Vier Wochen nach seiner Eröffnung am 1. März wurden alle Erwartungen übertroffen. „Niemand hatte mit so viel Andrang gerechnet. Wir müssen jetzt schon die Besetzung der Angestellten verdoppeln”, sagte die Chefin noch immer verblüfft.

Silvia de Miguel hatte davor schon mehrere Unternehmen. Ihre Kunden will die Geschäftsfrau nun nicht mehr in Palma, sondern im Café empfangen: „Bei heimeliger Atmosphäre und in der Küche wie bei Mutti, da fühlt sich einfach jeder wohl und die Geschäfte laufen wie von selbst”, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Der zweite Chef des Trios, Jorge, ist nicht nur im Café Nou, sondern auch im Hotel Portixol Restaurantleiter. Er entschuldigt die einfachen Papierservietten. Wir befinden uns erst in Phase eins, es sind noch viele Verbesserungen geplant. Sogar ein Parkplatz und Appartements werden entstehen.” Tei, die Dritte im Bunde und Küchenchefin, bringt ihre Seele auf den Teller, obwohl sie eine schlechte Schülerin auf der Kochschule war. Die Kritiker hatten sich in ihr schlicht getäuscht, denn sie hat bereits die Küche in vielen bekannten Restaurants geleitet, bevor sie das Café Nou mitgegründet hat.

Das hört sich ja theoretisch toll an. Aber ist das echt so? MM probierte aus, wie es sich anfühlt, wenn man als Gast hereinspaziert und Küche und Ambiente testet.

Auf den ersten Blick, sofern man denn alles mit einem Blick erfassen kann, ist das Publikum vielfältig und es herrscht eine laute, lebhafte Geselligkeit. Links sitzt ein altes Ehepaar und isst Tapas, an der Theke tummeln sich Jugendliche nach dem Fußball, eine Gruppe sitzt nach dem Qigong am Kamin, eine Gruppe von Anzugträgern an den Tischen dahinter.

Kellner Jorge begibt sich in die Hocke, um mit dem Gast auf Augenhöhe zu stehen. Neben einem netten Plausch empfiehlt er ein paar Gerichte. Und die sind nicht nur abwechslungsreich, originell und lecker, sondern auch hübsch anzusehen. Wenn das erst Phase eins ist, muss Phase zwei wie einen Abend im Schlemmerland sein.