Mit seinen Kunden trifft sich Marc Niki Jondral an exklusiven Orten wie dem Castillo Hotel Son Vida. | P. Lozano

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Zum MM-Gespräch kommt der 46-jährige „Trophy Asset Advisor” ins luxuriöse Castillo Hotel Son Vida, wo er ab und an auch diskrete Gespräche mit ausgewählten Kunden führt. Denn die Klienten von Marc Niki Jondral, zu denen seinen Angaben nach amerikanische Milliardäre, asiatische Tycoons und royale Familien aus dem Mittleren Osten gehören, schätzen edle Locations und haben ein Faible für erlesene und feine Güter. Das ist auch der Grund, warum der Deutsche im Off-Market „Spielzeuge für große Jungs”, wie er es ausdrückt, an den Mann bringt. „Trophy Assets” sind prestigeträchtige Vorzeigeobjekte, Immobilien, Golfplätze, Kunstobjekte, Privat-Jets und ganze Fuhrparks mit Oldtimern und Super-Cars.

Jondral sagt, dass zu seinen Auftraggeber und Abnehmer vor allem sogenannte Ultra High Net Worth Individuals (UHNWI) zählen, die per Defintion ein Gesamtvermögen von jeweils über 30 Millionen US-Dollar aufwiesen und viel Wert auf Diskretion legten. „Off-Market bedeutet, dass ich nichts auf Social-Media poste, man nichts von mir im Internet findet und die Kunden nicht in der Öffentlichkeit agieren, was Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte”, erklärt Jondral. Es gehöre zu seinem Job, aus einem wohlhabenden Kundenstamm Verkäufer, Interessierte und Käufer zusammenzubringen. „Wenn mich jemand fragt, was ich beruflich mache, sage ich: Memory-Spielen mit verdeckten Karten für Superreiche und dabei das Pärchen ausfindig machen.”

Erst am Tag zuvor war der Berater nach eigener Aussage wenige Hundert Meter Luftlinie vom Castillo Hotel Son Vida in einem Anwesen der royalen Saudi-Familie Al Saud bei Analysegesprächen zugegen. „Es handelt sich um ein 5000 Quadratmeter großes Grundstück, mit einer 1000 Quadratmeter großen Fläche, das seit den 80er-Jahren im Familienbesitz ist und nun für 15,5 Millionen Euro verkauft werden soll”, so Jondral. Das Vertrauen der royalen arabischen Familie habe er bereits vor vielen Jahren gewonnen.

Während des Gespräches mit dem MM-Redakteur zückt der High-Class-Berater sein Handy aus der Hosentasche, auf dessen Display ein VIP-Visum für Saudi-Arabien) zu sehen ist. Anfang Dezember, so Jondral, werde er an den Persischen Golf fliegen, um dort eine Königsfamilie bezüglich des Investments von Sportclubs zu beraten – wozu Fußballvereine in England, Spanien, Italien und Frankreich gehörten, die ab einem dreistelligen Millionenbetrag käuflich zu erwerben seien. „Zwar ist der Umgang mit vielen Scheichs und Mitgliedern der Königsfamilie sehr persönlich, doch treten sie oftmals mit ihrer gesamten Delegation auf. Daher spreche ich sie mit His Highness oder mit His Excellency an”, sagt der WahlMallorquiner.

Dass die arabischen Königs-clans ein hohes Interesse an den Balearen-Inseln hätten, sei für den deutschen High-Society-Berater einfach zu erklären: „Für die Royal Familys sind die Balearen wie die Bahamas von Europa. Mallorca hat historisch zum Teil arabische Wurzeln, ist sehr sicher und bietet eine hohe Lebensqualität mit viel Lifestyle und Kultur.” Aufgrund dieser neuen Klientel aus den höheren Schichten, die zunehmend die Insel für sich entdecke und hierher ziehe, werde sich die Insel in naher Zukunft komplett verändern, prognostiziert Jondral. „Es werden derzeit Immobilien der Superlative konstruiert, auf die die Besitzer von ihrer eigenen Yacht aus mit dem Helikopter fliegen können”, so der gebürtige Kölner (Wer Kontakt mit Marc Niki Jondral aufnehmen möchte, kann das hier tun).

Marc Niki Jondral absolvierte in jungen Jahren eine Ausbildung zum Kaufmann und nahm Schauspielunterricht. Ende der 90er- und Anfang der 2000er-Jahre spielte er in Spielfilmen und diversen TV-Serien wie St. Angela und Verbotene Liebe mit. „Ich war jahrelang vor der Kamera und später im Film-Management und in der Medienproduktion tätig.” Vor acht Jahren habe er sich entschieden, anstatt vor der Kamera zu stehen, beruflich nicht mehr im Rampenlicht zu erscheinen, was der Beginn seiner beraterischen Tätigkeit war. „Die Klientel, die ich heute betreue, agiert still und leise und will nicht öffentlich wahrgenommen werden.” Derzeit sei er in der Gründungsphase von zwei spanischen Firmen und pendelt mit seiner Partnerin und seiner sechsjährigen Tochter zwischen Köln und den Balearen.