Auf den Insel entstanden früher häufig Villensiedlungen ohne Anschluss an ein Entsorgungsnetz für Abwässer. Das Archivfoto entstand auf Ibiza. Archiv Utima Hora / Marco Torres

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Es war die große Sorge der Baufirmen und der Gemeinden auf Mallorca: Die Schonfrist für Wohnsiedlungen ohne Anschluss an die Abwasserkanalisation drohte auszulaufen. Das hätte bedeutet, dass in diesen Baugebieten und "Urbanisationen" künftig keine Baugenehmigungen für einzelne Häuser mehr erteilt werden könnten, solange die Siedlung nicht an das Kanalnetz angeschlossen ist.

Jetzt hat das Balearen-Parlament mit einem neuen Gesetz die Schonfrist um sechs Jahre verlängert. Gleichzeitig werden die Bauherren und Gemeinden verpflichtet, den Ausbau des Abwasserentsorgungsnetzes etappenweise zu verwirklichen. Für das Gesetz stimmte alle Parteien im Plenum mit Ausnahme der Linkspartei Podemos und der Vertreter aus Formentera.

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Der Verband der Bauunternehmen hatte im Vorfeld eine Lösung für die Problematik angemahnt und bereits den Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet, nachdem die Branche nach der Wirtschaftskrise allmählich wieder Tritt gefasst hatte.

Betroffen waren nach Angaben des Bauverbandes rund 10.000 Baugrundstücke, davon alleine 4000 auf Mallorca. An betroffenen Urbanisationen sind 48 auf Mallorca, 23 auf Menorca, 41 auf Ibiza und Formentera zu finden.

Auf Mallorca wurden in der Vergangenheit besonders an den Felsküsten Baugebiete zugelassen, die über kein Abwassernetz verfügen. Dort kommen traditionell Zisternen und Tankwagen zum Einsatz.