Geprellte deutsche Anleger warten 20 Jahre auf Prozess

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Das balearische Landgericht wird im Mai 2020 zum Schauplatz der anstehenden Gerichtsverhandlungen um ein geplatztes Immobilienpr

Das balearische Landgericht wird im Mai 2020 zum Schauplatz der anstehenden Gerichtsverhandlungen um ein geplatztes Immobilienprojekt mit geprellten deutschen Anlegern.

Foto: Pere Bota

Vor mehr als 20 Jahren wollten sich ein Dutzend Deutsche im Rahmen eines Bauprojekts Immobilien in Santa Ponça im Südwesten von Mallorca zulegen. Doch aus dem Deal wurde nichts, die Anleger verloren insgesamt 1,5 Millionen Euro, manche von ihnen bis zu 270.000 Euro. Jetzt, nach über zwei Jahrzehnten, soll im Mai 2020 der Prozess gegen die Initiatoren des Bauprojekts eröffnet werden, berichtet die spanische MM-Schwesterzeitung Ultima Hora. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu sieben Jahren Haft für den vierköpfigen Vorstand der ehemaligen Baugesellschaft.

Das Projekt, das in zwei Phasen die Errichtung diverser Immobilien auf einem Grundstück im Gemeindegebiet von Calvià vorsah, hatte sich insbesondere an bundesdeutsche Anleger gerichtet. Das Gelände war im Jahre 1997 erworben worden, die Immobilien wurden auf dem Papier ab 1999 verkauft und angezahlt.

Wie Ultima Hora berichtet, litt das Projekt schon bald unter Liquiditätsengpässen. Das Geld aus den Verkäufen wurde zur Bezahlung der laufenden Bauarbeiten verwendet. Als die Mittel nicht ausreichten, nahmen die Initiatoren einen Kredit auf die entstehenden Immobilien auf. Unterdessen lief der Verkauf der Wohneinheiten weiter, die Käufer agierten in dem Glauben, von Hypotheken unbelastete Immobilien zu erwerben.

Als die Initiatoren schließlich weder die Bauarbeiten bezahlen noch die Kreditraten bedienen konnten, wurde das Projekt am Ende der Bank zugesprochen. Diese versteigerte später die fertiggestellten Immobilien. Die Anleger selbst verloren ihre geleisteten Anzahlungen. Einige von ihnen ersteigerten zumindest von der Bank ihre Wunschimmobilie. Die übrigen Anleger gingen ganz leer aus und fordern seitdem Entschädigung.

Im Jahre 2002 befasste sich erstmals ein Gericht in Palma mit dem Fall. Doch das Prozedere verzögerte sich durch diverse Verfahrensfragen immer wieder aufs Neue. Jetzt, nach 17 Jahren, fand eine Vorverhandlung statt. Dabei wurde keinerlei Einigung erzielt. Aus diesem Grund ist nun die Eröffnung der Gerichtsverhandlung für das kommende Jahr festgelegt. Für das Verfahren wurde eine ganze Verhandlungswoche angesetzt. (as)

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Kai / Vor 2 Monaten

Seit wann arbeiten die denn so gründlich und brauchen 17 Jahre für eine Vorverhandlung -)). Ich vermute, da hat einer der Vorstände mal wieder sehr gute Kontakte gepflegt! Schön dass alle noch am Leben sind - mehr als eine Geldstrafe kommt da eh nicht bei raus, schade!

Majorcus / Vor 2 Monaten

Mit traditioneller Gelassenheit: mañana