Täuschend echt

Schau erinnert an den "besten Kunstfälscher" Elmyr de Hory

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Als wären sie echt: Pablo Picassos Bild seines Sohnes Paul als Harlekin, gemalt von Elmyr de Hory.

Als wären sie echt: Pablo Picassos Bild seines Sohnes Paul als Harlekin, gemalt von Elmyr de Hory.

Als wären sie echt: Pablo Picassos Bild seines Sohnes Paul als Harlekin, gemalt von Elmyr de Hory.Mit seinen eigenen Bildern hatte er keinen Erfolg, doch seine Fälschungen waren meisterhaft: Elmyr de Hory.Paul Gauguins polynesische Schönheiten mit Stillleben Paul Gauguins polynesische Schönheiten, gemalt von Elmyr de Hory.Fernand Légers Frau mit Stillleben, gemalt von Elmyr de Hory.

"Er hatte wohl keine sehr ausgeprägte künstlerische Persönlichkeit", sagt Pere A. Serra, Verleger, Kunstsammler und Mäzen über den Ungarn Elmyr de Hory, der über lange Jahre den internationalen Kunstbetrieb aufmischte. "Er musste sich eben inspirieren lassen. Nur in seinen Zeichnungen, da war er genial."

Viele ließen sich von Horys "Inspirationen" täuschen - Sammler, Galeristen, Kunsthistoriker. Maurice Vlaminck hielt sogar eines der Bilder von Elmyr de Hory für sein eigenes. Hory, der in die Kunstgeschichte als einer der größten - und talentiertesten - Fälscher überhaupt einging, wehrte sich gegen den Begriff. Er fälsche nicht, er male "in der Manier von ...".

Niemand weiß genau, wie viele Werke von Matisse, Picasso, Modigliani und anderen in Wahrheit von Elmyr de Hory stammen. Hory rühmte sich, weltweit mindestens 1000 Bilder in "anderer Manier" verkauft zu haben. Nicht als Fälschungen, denn er signierte seine Bilder niemals. Man geht davon aus, dass die heute existierenden Signaturen von seinem Kunsthändler stammten.

"Die Tatsache, dass er die Bilder nach den Vorbildern der großen Meister nicht mit Namen zeichnete, ist entscheidend. So kann man ihm nicht den Vorwurf der Fälschung machen. Er hat nicht kopiert", sagt Serra. "Er war ein Könner und auch ein großer Maler. Er konnte Technik, Magie und Pinselstrich anderer genau erkennen und nachvollziehen. Und er wurde durch die Bilder anderer immer wieder angeregt."

Pere A. Serra hat Elmyr de Hory gut gekannt: "Wir waren ja fast befreundet", sagt er. "Er war ein angenehmer, umfassend gebildeter Mann."

Bilder von Hory - unter anderem Picassos, Gauguins, Chagalls - sind bis Ende November in der Galerie Vanrell in Palma zu sehen. Sie stammen aus der Sammlung von Pepe Roselló, der mit Hory auf Ibiza befreundet war.

Elmyr de Hory wurde 1906 als Joseph Elementer Dory Boutlin in Budapest geboren, er selbst gab oft 1911 als Geburtsjahr an.

Hory begann ein Kunststudium in Budapest und München, ging nach Paris an die Académie de la Grande Chaumière, studierte bei Fernand Léger. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, als er ein luxuriöses Leben in Budapest führte, landete Hory kurz im Knast aufgrund der Freundschaft mit einem britischen Journalisten, der als Spion gesucht wurde.

Bald darauf kam er als Jude in ein Konzentrationslager, wurde misshandelt, gelangte in ein Berliner Krankenhaus, aus dem er floh und nach Ungarn entkam. Nach dem Krieg begann er, Picasso-Reproduktionen zu verkaufen, zum Preis von bis zu 400 Dollar pro Bild. Bald weitete er sein Können, seine Begabung, sein Einfühlungsvermögen auch auf Künstler wie Matisse, Modigliani oder Renoir aus. Seine Sorgfalt, vor allem bei der Verwendung originaler Materialien, beeindruckt die Experten.

Der Kunsthändler Fernand Legros baute Hory ein Haus auf Ibiza. Dort lebte er lange Jahre. Und malte. Nach und nach wurden immer mehr Museen und Sammler, wie etwa der Ölmagnat Algur Hurtle Meadows auf die Fälschungen aufmerksam. Doch de Hory entkam einer Verurteilung immer wieder. 1976 starb er auf Ibiza an einer Überdosis Schlaftabletten.

Zuvor hatte der amerikanische Schriftsteller Clifford Irving, der wegen der gefälschten Memoiren von Howard Hughes im Gefängnis war, ein Buch über de Hory geschrieben. Der Stoff faszinierte Orson Welles, der daraus den Film "F for Fake" machte.

Würde ein Kunstsammler wie Pere A. Serra ein de-Hory-Bild kaufen? Der Verleger bejaht die Frage mit einer Einschränkung: "Sie müssten preislich günstig sein."

Die Bilder in der Galería Vanrell stehen nicht zum Verkauf.

INFO

Galería Vanrell, Palma, Carrer Tous i Maroto. Die Ausstellung ist bis zum 27. November geöffnet

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