Die Sopranistin Alexandra Steiner ist eine der Gesangssolistinnen bei Rossinis „Petite messe solennelle” in der Basilika Sant Francesc. | Ursula Schmitz

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Die „Petite messe solennelle“ von Gioachino Rossini steht am Samstag, 3. November, auf dem Programm des Festivals Música Mallorca. Wobei „Kleine feierliche Messe“ reichlich untertrieben ist. Mit knapp eineinhalb Stunden sprengt das Werk, das um 20.30 Uhr in der Basilika Sant Francesc in Palma aufgeführt wird, jedes liturgisches Maß. Mit „klein“ hatte der Komponist auch etwas anderes gemeint. In seiner Widmung an den „lieben Gott“ schrieb er ironisch: „Hier ist sie, die arme kleine Messe … Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“

Zur Aufführung kommt in Sant Francesc die Messe in ihrer Erstversion von 1863 für Singstimmen, Klavier und Harmonium. Die Ausführenden sind die Sopranistin Alexandra Steiner, die Altistin Theresa Holzhauser, der Tenor Antoni Lliteres sowie der Projektchor Augsburg. Den instrumentalen Part übernehmen der Pianist Konstantin Lukinov sowie der Organist von Sant Francesc, Arnau Reynés am Harmonium. Die Leitung hat Christian Meister.

Mit Alexandra Steiner kann man erstmals eine Sopranistin auf Mallorca erleben, deren Engagements sie zuletzt an so prominente Orte wie die Staatsopern in Wien und Hamburg, an die Opera Nationale de Paris und zu den Bayreuther Festspielen führten.

Die Pamina in der „Zauberflöte“ in Wien, in Bayreuth die Wogelinde in Frank Castorfs Inszenierung des „Rheingold“ und der „Götterdämmerung“ sowie den ersten Knappen und das Blumenmädchen im von Uwe Eric Laufenberg neu inszenierten „Parsifal“ – das klingt nach stimmlichem Spagat. Doch Steiner sagt ganz unprätentiös: „Es gibt bei Wagner auch Partien, die tatsächlich mit Mozart kompatibel sind. Andererseits kommt es auch auf die Stimme an, und ich glaube, ich kann das beides ganz gut vereinen.“

Fast wäre ihre Stimme dem Publikum vorenthalten geblieben. Steiner wuchs zwar in einer musikalischen Familie auf, besuchte in ihrer Heimatstadt Augsburg ein musisches Gymnasium und lernte früh verschiedene Instrumente. Doch nach dem Abitur entschied sie sich zunächst für ein Biologiestudium. Am Ende blieb es bei einem „biologischen Intermezzo“, wie sie es nennt. Stattdessen studierte sie Gesang an den Musikhochschulen in Stuttgart und Würzburg sowie an der Wales International Academy of Voice und begann eine Karriere als Sopranistin.

Bei Música Mallorca wird Steiner gleich zweimal zu Gast sein. Nach der „Petite messe solennelle“ kehrt sie im Frühjahr 2019 erneut auf die Insel zurück, für einen Abend mit spanischer Barockmusik am Samstag, 27. April, im Auditorium in Palma. Diese Produktion mit Sopran und Bariton, Laute, Barockgitarre, Viola da Gamba und Cembalo kam erstmals im vergangenen Mai in Augsburg zur Aufführung. „Das hat unglaublich viel Spaß gemacht, und ich freue mich sehr, dass wir damit auch nach Mallorca kommen“, so die Sängerin.

Es ist nicht nur das Repertoire an sich, das ihr so viel Spaß bereitet, sondern auch die Vielfalt: „Die ,Petite messe solennelle‘ ist eine ganz andere Musiksprache als die spanische Barockmusik“, erklärt Steiner. Und die eine wie die andere unterscheidet sich wiederum von ihren Wagner-Rollen, die sie auf bedeutenden Bühnen und mit renommierten Kollegen singt.

Was die Frage nahelegt, ob es für die Sängerin einen Unterschied macht, an prominenten Häusern oder in der Kulturprovinz zu singen. Und sie versichert: „Das spielt für mich überhaupt keine Rolle. Ich möchte Musik machen, möglichst gut sein und die Menschen erreichen, egal wo ich bin. Jedes Publikum ist für mich gleich.“

Der Eintritt für die „Petite messe solennelle“ beträgt 30 Euro. Karten sind online bei www.ticketmaster.es und an der Abendkasse erhältlich.

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