Evolution-Festival: Die Insel im Filmfieber

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Sandra Seeling samt Film-Kollegen in Palma.

Sandra Seeling samt Film-Kollegen in Palma.

Foto: Ultima Hora

Menschen und Kulturen verbinden: Das ist dem Evolution Mallorca International Film Festival Motto und Mission. Mit einem Cocktail im Caixa Forum und der Opening-Gala im Teatre Principal begann am Mittwoch, 23. Oktober, die achte Ausgabe der Independent-Festspiele. Bei der Gala wird das Roadmovie „Come As You Are” gezeigt. Regisseur Richard Wong und Hauptdarsteller Grant Rosenmeyer warenn dabei anwesend.

Bis Dienstag, 29. Oktober, stehen 91 Filme aus 17 Ländern auf dem Programm, darunter 21 Spiel- und sechs Dokumentarlangfilme sowie 70 Kurzfilme. 22 Vorführungen laufen unter dem Label „Made in Baleares“, darunter auch der Kurzfilm „Look At Me“ von Juan Andrés Mateos mit der deutschen Schauspielerin Carmen Molinar als Protagonistin. Ebenso „Pullman” von Toni Bestard, der beim Abschluss des Festivals im Kongresszentrum von Palma Premiere hat.

Ausgewählt wurden die Produktionen aus 1200 Bewerbungen aus 73 Ländern. Diesen Ansturm erklärt sich die Gründerin und Direktorin des Festivals, Sandra Seeling-Lipski, unter anderem damit, dass die Festspiele – als einzige spanische Filmveranstaltung – zum zweiten Mal in Folge vom US-amerikanischen „Movie Maker Magazine“ in die Liste der 50 bedeutendsten unabhängigen Filmfestivals der Welt aufgenommen wurden. Zudem erklärte die Zeitschrift das EMIFF zum sechstbesten Indie-Filmfestival Europas.

Bis auf vier Ausnahmen sind alle Filme Premieren: in Spanien, Europa oder weltweit. Alle Produktionen werden in Originalversion mit englischen Untertiteln gezeigt, bei englischsprachigen Filmen sind die Untertitel spanisch.

Asif Kapadia, Lena Headey und Guy Nattiv sind dieses Jahr die Preisträger, außer Konkurrenz. Der britische Regisseur Kapadia wird bei der Eröffnungsgala den Evolution Vision Award erhalten. Zu seinen Ehren wird zudem am Donnerstag, 24. Oktober, um 18.30 Uhr, seine Oscar-prämierte Dokumentation „Amy” über das Leben und Sterben der Popsängerin Amy Winehouse gezeigt. Kapadia wird den Preis persönlich entgegennehmen.

Guy Nattiv wird ebenfalls in Palma de Mallorca sein, wo er einen der beiden Evolutionary Awards erhält. Prämiert wird der israelische Filmemacher für seinen Kurzfilm „Skin“, der von dem Ausstieg eines Rechtsextremisten aus der Szene handelt und dieses Jahr bereits mit einem Oscar bedacht wurde. Zu sehen ist er am Samstag, 26. Oktober um 18.30 Uhr im Cineciutat. Auch der gleichnamige Spielfilm mit Jamie Bell und Vera Farmiga in den Hauptrollen, mit dem Nattiv die Geschichte fortgesetzt hat, steht auf dem Festivalprogramm. Er wird am Montag, 28. Oktober, um 19 Uhr ebenfalls im Cineciutat vorgeführt.

Lena Headey wird mit dem anderen Evolutionary Award ausgezeichnet. Die britische Schauspielerin ist bekannt durch die Filme „Brothers Grimm“ und „300“ sowie durch die Serie „Game of Thrones“, in der sie die Königin Cersei spielte. Auf der Leinwand kann man sie am Freitag, 25. Oktober, um 20.30 Uhr im Cineciutat als Protagonistin in dem Film „The Flood“ sehen. Den Preis erhält sie jedoch für den Kurzfilm „The Trap“, bei dem Headey erstmals als Regisseurin tätig war. Vorgesehen ist, dass auch sie bei der Auszeichnung anwesend sein wird.

Die Preisverleihung wird am Dienstag, 29. Oktober, nach dem Abschlussfilm im Kongresszentrum stattfinden. Wer in der Abteilung Spielfilm gekürt wird, entscheidet dieses Jahr eine zweiköpfige Jury: Der indische Cineast Prashant Nair, dessen Film „Umrika” 2015 beim Sundance Festival ausgezeichnet wurde und der seit Anfang des Jahres auf Mallorca lebt, sowie die deutsche Schauspielerin Esther Schweins.

Erstmals hat das Festival mit „Mallorca Files“ auch eine Fernsehserie in sein Programm aufgenommen. Wie Festivaldirektorin Seeling-Lipski mitteilte, entspreche man damit der aktuellen Entwicklung in der Filmbranche.

Mit der Lupe muss man dieses Jahr allerdings Produktionen made in Germany suchen. Der Spielfilm „Rest In Greece” von Florian Gottschick und ein deutsch-kolumbianischer Kurzfilm – damit hat es sich schon. Geht dem deutschen Film die Puste aus? Mitnichten, sagt Seeling-Lipski. „Wir haben tolle Einsendungen aus Deutschland erhalten. Aber sie hatten nichts mit der Mission ,Bridging cultures, bridging people’ zu tun, und das ist mir sehr wichtig.”

Wichtig war Seeling-Lipski auch, das Angebot an hochkarätigen Workshops auszubauen, um noch mehr Filmemacher zum Festival zu bringen. Mit Erfolg: „Über 70 Leute reisen nur wegen der Workshops an. Das ist natürlich fantastisch!”

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