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Tod auf dem Golfplatz durch Elefanten? Ist alles schon vorgekommen, auch Schlangen, Malaria-Mücken oder ein einfacher Wespenstich haben schon Leben auf dem Grün beendet, weiß Professor Dr. Klaus-Michael Braumann. Der Professor für Sportmedizin an der Universität Hamburg referierte auf Mallorca über internistische Aspekte beim Golfsport und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Doch Elefanten, die bei der Ballsuche im Gebüsch den Golfer niedertrampeln, seien natürlich die Ausnahme – und auf Mallorca eher unwahrscheinlich, beruhigt er die amüsierten Zuhörer.

Organisiert wurde das Symposium über unfall– und verschleißbedingte Gelenkerkrankungen von zwei führenden Spezialisten für Sportmedizin aus Hamburg, Dr. Johannes Holz und Dr. Carsten Lütten. Die Mannschaftsärzte des FC St. Pauli erlangten vor allem mit ihrer Arbeit an der Park-Klinik für Orthopädie in Manhagen nördlich von Hamburg Anerkennung. Jährlich werden hier rund 2300 orthopädische Operationen durchgeführt, aufgrund ihrer erfolgreichen Arbeit mit Knorpelzelltransplantationen ist die Klinik seit 2007 autorisiertes Kompetenzzentrum der gesetzlichen Krankenkassen.

Referent Professor Braumann ist selber Golfer, und außerdem ärztlicher Leiter des Instituts für Sport- und Bewegungsmedizin in Hamburg. „Ist Golfsport gesund?” lautet die erste Frage an die 15 teilnehmenden Orthopäden. Überwiegen die Vorteile der körperlichen Bewegung an frischer Luft oder die Verletzungen und Überlastungsschäden? Was sollte man beachten, wenn man den Sport regelmäßig ohne Langzeitschäden betreiben möchte?

Obwohl 40 Prozent der Golfer Schäden am Bewegungsapparat haben, sei die Verletzungsgefahr wesentlich geringer als bei anderen Sportarten. Golfen sei durchaus gesund, vorausgesetzt, man beachte gewisse Grundregeln, erklärt der Sportmediziner. Denn Bewegung sei grundsätzlich immer gut. Wer mehr als 2000 Kalorien pro Woche durch körperliche Bewegung verbrennt, senkt das Risiko für Herzgefäßerkrankungen um die Hälfte. „Bei einer 18-Loch-Runde auf dem Golfplatz verbraucht man rund 1200 Kalorien”, erklärt Braumann weiter. 100-200 Schwünge, acht bis zehn Kilometer zu Fuß, vier bis sechs Stunden auf dem Platz, das sei anstrengend.

Erste Voraussetzung dafür, dass man durch diesen Sport keine ernsten Schäden davontrage, sei körperliche Fitness. „Man sollte nie golfen, ohne nebenbei noch einen anderen Sport zu betreiben, der die körperliche Fitness stärkt.” Der zweite wichtige Aspekt sei ein optimaler Golfschwung, nur so vermeide man auf die Dauer internistische Probleme. Wie genau der optimale Golfschwung aussieht, fand die Firma Golf Biodynamics heraus, indem sie die Bewegungen 70 australischer Spitzengolfer untersuchte und ein Gerät zur technischen 3D-Analyse entwickelte. „Wer sich beim Abschlag-Training außerhalb eines definierten Korridores bewegt, wird sofort durch einen Signalton gewarnt”, erklärt Braumann das Gerät.

Denn falsche Neigungen, Hohlkreuz, verdrehte Schultern oder zu fester Griff des Schlägers sind verantwortlich für Schmerzen an den Gelenken, erklärt Dr. Johannes Holz. An erster Stelle liegen nach Auskunft des Orthopäden Rücken– und Schulterschmerzen mit 34 Prozent, wobei die Probleme meist nicht ursächlich durch den Sport auftreten, sondern schon vorher da sind. „Viele Menschen haben eine Anlage zu Rückenproblemen, die dann durch das Golfen verstärkt werden”, erklärt Holz.

Weitere sehr typische Schmerzzonen seien die Ellenbogen sowie die Handund Kniegelenke. Die beste Vorbeugung sei ein möglichst korrekter Schwung sowie gute körperliche Kondition, dann sei der Golfsport wesentlich unproblematischer als andere Sportarten. Die meisten Risiken, erklärt Johannes Holz weiter, stünden zudem nicht in direktem Zusammenhang mit dem Sport. Hautkrebs, Deshydrierung oder Verletzungen mit Schläger oder Ball seien häufige „Nebenwirkungen”. Doch da sind Hobbygolfer in bester Gesellschaft, auch Profis haben mit diesen Gefahren zu kämpfen. Bernhard Langer leidet bis heute an dem sogenannten Yips-Syndrom, ein unerklärliches Zittern beim Putten, dass wohl psychologische Gründe habe. Bis heute hat man nicht herausgefunden, was die Ursache ist.