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Dieses Erlebnis werden Marita und Ernst Schäkel nie vergessen. Einen Tag vor Heiligabend im Jahr 1975 wollten sie und ihre Hamburger Freunde etwas Verrücktes machen und hatten die Idee, in den Dünen von Can Picafort zu grillen. „Wir gingen zum Metzger, um uns Fleisch zu holen, und kauften eine Zwei-Liter-Sangria-Flasche, die wir zum Kühlen ins Meer legten“, erzählt Marita Schäkel. Dann begrenzten sie mit Steinen eine kleine Feuerstelle am Strand und legten los – bei 25 Grad Außentemperatur.

„Uns verbinden so viele Erinnerungen mit unserem Lieblings-Urlaubsziel Mallorca“, sagt Ernst Schäkel. Oft gehen sie irgendwo die Straße entlang und wissen wieder genau, was sie vor längerer Zeit dort erlebt haben. „An alles erinnern wir uns aber nicht“, räumt die Hausfrau Marita Schäkel (58) ein.

73 Mallorca-Aufenthalte in genau 40 Jahren, meist in Port d´Alcúdia, lagen am vergangenen Donnerstag hinter Ernst Schäkel (68): Am 10. September 1969, im Alter von 28 Jahren, betrat er zum ersten Mal die Insel, damals noch als Single. Seine Frau lernte er zwei Jahre später kennen und zeigte ihr sein Traumziel, das die beiden 1971 für die Flitterwochen und dann jedes Jahr aufs Neue als Entspannungrefugium auswählten. Von ihrem Reiseveranstalter Tui wurden sie an ihrem Jubiläumstag im Hotel „Astoria Playa“ in Port d´Alcúdia, wo sie nun zum 29. Mal zu Besuch sind, geehrt.

Die Gründe für so viel Treue: „Man ist schnell hier, das Wetter ist fast immer makellos und das Wichtigste: Es gibt hier so viele Menschen, in unserem Hotel und in Restaurants in Alcúdia, die uns schon fast besser als wir uns selbst kennen“, erklärt der kontaktfreudige Rentner Ernst Schäkel. Sowohl Mallorquiner als auch deutsche und englische Urlauber kann das Ehepaar zu seinen Freunden zählen. „Zusammen haben wir so manche Nacht zum Tag gemacht“, so Marita Schäkel.

Einmal unternahmen sie eine „Lumumba-Tages-Tour“ durch verschiedene Bars in Can Picafort: In jeder, die ihren Weg kreuzte, wurde das heiße Kakaogetränk mit Cognac genossen, bevor es zur nächsten Schenke ging. „Als wir nicht zum Abendessen erschienen, machten sich die Hotelmitarbeiter Sorgen und sahen auf dem Zimmer nach“, so Marita Schäkel. Dort entdeckten sie das erledigte Paar friedlich schlafend im Bett.

Und was hat sich seit Ernst Schäkels erstem Urlaub in der Pension „Vista Alegre“ in Port d´Alcúdia verändert? Die Preise seien gestiegen („Damals zahlte ich 40 Pfennig für einen halben Liter Bier“), und die heute mit Hotels gesäumten Strände seien damals noch ziemlich leer gewesen. Außerdem fuhr Schäkel mit seinem Mietwagen dereinst über Schotterpisten, wo inzwischen gut asphaltierte Straßen sind.

Die beiden lebenslustigen Petershagener (Niedersachsen) haben nach eigenen Worten noch nie einen schlechten Urlaub auf Mallorca erlebt. Vergleichsmöglichkeiten hat Ernst Schäkel genug, die Liste der bereisten Länder ist lang: „Ich war zum Beispiel in Norwegen, auf Lanzarote, in Dubai, der Türkei, auf Hawaii, in den USA, Kanada, China – es fehlen nur noch Südafrika und Australien.“ Das einzige was Ernst Schäkel heute bereut: „Vor 30 Jahren hätten wir uns ein Haus auf Mallorca kaufen sollen, heute sind wir zu alt dafür.“