Leckerbissen für Musikkenner

„King Arthur” von Henry Purcell am 27. Juni im Schloss Bellver

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23. Juni – Mit dem Ehrentitel „Orpheus Britannicus“ galt Henry Purcell (1659 bis 1695) schon zu Lebzeiten als der beste englische Komponist. Später beeinflusste Purcell moderne britische Komponisten wie Benjamin Britten oder Michael Nyman.

Auch Rock-Musiker berufen sich auf ihn: Pete Townshend von der Gruppe The Who zählt Purcell zu seinen bedeutendsten Einflüssen, etwa bei „Pinball Wizzard“.

Besonders seine Semi-Opern, eine spezielle Form der englischen Barockoper, in der gesprochenes Wort mit Tanz, Gesang und Instrumental-Partien verknüpft wird, machten Purcell berühmt.

Seit den 1980er Jahren erlebten Werke wie „Fairy Queen“ oder „The Indian Queen“ wieder großen Aufschwung. „King Arthur“ wurde zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2004 mit großem Erfolg aufgeführt.

Die Semi-Oper „King Arthur or The British Worthy“ (König Arthur oder der britische Held) entstand um 1690 nach einem Schauspiel von John Dryden. Das Ensemble Studium Aureum führt das Stück szenisch am Montag, 27. Juni, im Schloss Bellver auf.

Die Handlung der Oper beruht weniger auf den Legenden um Camelot und den Zauberer Merlin als auf den Kämpfen des britischen Königs Arthur mit den Sachsen. Dem König geht es darum, seine blinde Verlobte, Prinzessin Emmeline von Cornwall, aus den Armen des Sachsenkönigs Oswald von Kent zu retten.

Diese Handlung wird eher revueartig als dramatisch vorgetragen. Die Hauptfiguren sind Sprechrollen, durch Musik untermalt. Gesangspartien haben die Nebenrollen. King Arthur enthält einige der schönsten Songs und Musikstücke jener Zeit, die durch moderne Rhythmen und Harmonien bestechen.

Die berühmteste Szene ist die „Frost-Szene“ im dritten Akt, die schon 1982 durch die Interpretation des Countertenors und New-Wave-Sängers Klaus Nomi weltbekannt wurde.

Das Ensemble Studium Aureum (Chor und Orchester) unter der Leitung von Carles Ponseti i Verdaguer bewegt sich außerhalb des gewohnten Repertoires, spielt fast immer in Kirchen und Patios.

Die Musiker erhalten keinerlei Subventionen und meist auch kein Honorar; den Chor gibt es seit 1982, das Ensemble seit 1991; die Aufführungen werden ausschließlich von den Sponsoren der vor vier Jahren gegründeten Stiftung finanziert.

„Wir bieten das Gegenteil eines großen Events“, sagte Carlos Ponseti gegenüber MM bei der Vorstellung des Programms 2010/2011. Die Aufführung von Purcell's „King Arthur“ ist der Höhepunkt der diesjährigen Konzertreihe und für Musikkenner ein absolutes Event.

„King Arthur“ Oper von Henry Purcell, Montag, 27. Juni, um 22 Uhr im Castell Bellver. Karten (30 Euro) bei Rialto Living, Palma Carrer Sant Feliu 3, Tel. 971-713331 oder HIER

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