Weihnachten ohne Drogenrausch

Polizei sperrt seit Tagen alle Zugänge zur Elendssiedlung Son Banya

Die Polizei sperrt mit Postenketten alle Zugänge zur Elendessiedlung Son Banya bei Palma ab.

Foto: Foto: Alejandro Sepulveda Soler

Die Barackensiedlung Son Banya bei Palma, Mallorcas Hauptumschlagsplatz für Rauschgift, ist seit knapp einer Woche vollständig von der Polizei abgeriegelt. Dadurch sind alle Drogenverkäufe unterbunden worden. Den Dealern seien Umsatzerlöse im Wert von 200.000 Euro verloren gegangen, berichtet die spanische Tageszeitung "Ultima Hora".

Das Vorgehen der Polizei, die das Dorf mit Einsätzkräften umzingelt hat, ist den Angaben zufolge eine Strafaktion, auch wenn seitens der Ordnungshüter diesbezüglich keinerlei Stellungnahme erfolgte. Der Hintergrund laut "Ultima Hora": Vor wenigen Tagen war ein Zivilbeamter der Polizei in Son Banya von den Drogendealern und den sie unterstützenden Bewohnern attackiert worden. Zusätzlich seien Steine gegen Streifenwagen der Polizei geschleudert und die Fahrzeuge beschädigt worden.

Seitdem verfolgt die Polizei eine Null-Toleranz-Strategie gegen "Mallorcas Drogen-Supermarkt", schreibt der Polizeireporter Julio Bastida. Die Rauschgifthändler zeigten sich zusehends nervös. Seit Beginn der Absperrung der Siedlung hätten 3200 bis 3800 illegale Drogenverkäufe nicht stattfinden können.

Die Polizeiposten lassen keine Ortsfremden in die Siedlung hinein. Anwohner müssen sich ausweisen und strenge Kontrollen durchlaufen. Es ist unklar, wie lange die Polizei die Sperrung aufrechterhalten will. Sollte Son Banya bis Weihnachten abgeriegelt bleiben, entgingen der Drogenmafia Geschäfte im Wert von bis zu einer Million Euro, schreibt das Blatt. Denn Weihnachten sei eine Zeit, in der die Drogengeschäfte angeblich deutlich anziehen. 

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