Obduktion: Gisela von Stein ist ermordet worden

Lebensgefährte der deutschen Mallorca-Residentin wird des Totschlags beschuldigt

Canyamel |
Mit diesem Foto von Gisela von Stein hatte ihre in Kanada lebende Tochter einen Vermissten-Aufruf via Facebook gestartet.

Mit diesem Foto von Gisela von Stein hatte ihre in Kanada lebende Tochter einen Vermissten-Aufruf via Facebook gestartet.

Mit diesem Foto von Gisela von Stein hatte ihre in Kanada lebende Tochter einen Vermissten-Aufruf via Facebook gestartet.Die Polizei sperrte das Wohnviertel zeitweise ab.Die Polizei suchte in dem Anwesen nach der Tatwaffe.Der festgenommene Lebenspartner im Polizeigewahrsam.

Die deutsche Mallorca-Residentin Gisela von Stein ist den Gerichtsmedizinern zufolge ermordet worden. Die 66 Jahre alte Frau  starb durch massive Schläge auf den Kopf. Der Schädel wies "multiple Frakturen" auf. Ein unfallbedingter Sturz wurde von den Ermittlern ausgeschlossen. 

Der 62-jährige Lebensgefährte der Frau, die wochenlang vermisst worden war, wird des Totschlags beschuldigt. Der Deutsche hatte die Polizei am Mittwoch zu der Stelle geführt, wo er Gisela von Stein im Garten ihres Anwesens in Canyamel im Nordosten der Insel vergraben hatte.

Die Adlige, die seit einigen Jahren mit ihrem Lebensgefährten auf Mallorca gelebt hatte, war nach Angaben der Polizei zuletzt am 14. August gesehen worden. Die Ermittler suchten am Donnerstag das Haus und den Garten nach der möglichen Tatwaffe ab.

Dem 62-Jährigen wird zur Last gelegt, seine Freundin erschlagen zu haben. Anschließend bewahrte er die Leiche zwei oder drei Tage in dem Anwesen auf, bevor er sie gut einen Meter tief im Erdreich vergrub. Es handelte sich um eine Stelle im Winkel einiger Treppenstufen. Die Leiche war in eine Decke eingewickelt.

Nach Erkentnnissen der Polizei hatte sich der Mann in zahlreiche Widersprüche und Lügen verstrickt. So hatte er gegenüber der Tochter seiner Freundin, die in Kanada lebt, erklärt, ihre Mutter sei nach Frankreich gereist, um dort zu "meditieren", schreibt die spanische Tageszeitung "Ultima Hora" am Freitag.

Einer Bekannten wiederum hatte der Mann gesagt, er habe seine Frau in dem Haus tot aufgefunden und sie aus Angst vor dem Mordverdacht, der auf ihn Fallen könnte, im Garten versteckt.

Wie "Ultima Hora" weiter schreibt, entnahm der Mann Juwelen und Bargeld der Frau aus dem gemeinsamen Schließfach einer Bankfiliale und schaffte die Wertgegenstände fort. Die Beziehung sei am Ende von finanziellen Streitigkeiten überschattet gewesen.

Als die Polizei am Dienstag die Fahdung nach dem Deutschen aufnahm, war er zunächst verschwunden. Er soll offenbar die Nacht ziellos durch die Umgebung gewandert sein und sich in Höhlen bei Canyamel versteckt haben. Am Morgen begab er sich an den dortigen Strand. Dabei wurde er von einem Hubschrauber aus entdeckt und festgenommen.

Polizeibeamte brachten den Mann zu seinem Wohnhaus. Dort zeigte er der Ermittlungsrichterin schließlich die Stelle an, wo die Beamten mit der Ausgrabung der Leiche begannen.

Der 62-Jährige unter Mordverdacht verbrachte die Nacht auf der Polizeiwache von Artà. Vor den Ermittlern verweigerte er die Aussage. 

Der Fall hat in Spanien und Deutschland ein großes Echo ausgelöst. Die "Bild"-Zeitung berichtete am Freitag in großen Lettern über den "Mord auf Mallorca!" (as) 

 

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