"Mallorcas Umweltbilanz fällt negativ aus"

Naturschützer fordern "echte" Ökosteuern

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Die Sprecherin des GOB, Margalida Ramis.

Die Sprecherin des GOB, Margalida Ramis.

Die Sprecherin des GOB, Margalida Ramis.Mallorcas Naturpark S'Albufera bei Alcúdia.

MM: Wie fällt die Umweltbilanz Mallorcas Ihrer Meinung nach aus, Frau Ramis?

Margalida Ramis: Wissenschaftler der Balearen-Universität sind zu dem Schluss gekommen, dass uns siebeneinhalbmal mehr Ressourcen zur Verfügung stehen müssten, damit die Insel nachhaltig funktioniert. Vor diesem Hintergrund kann man nur sagen, dass die Aussichten nicht besonders positiv sind. Die Umweltbilanz fällt negativ aus.

MM: Können Ökosteuern, wie sie die PP jetzt einführen will, die Lage verbessern?

Ramis: Grundsätzlich ja. Aber es müssen echte Ökosteuern sein. Die Mietwagensteuer ist die einzige der geplanten Abgaben, die mir sinnvoll erscheint. Denn die große Zahl der Autos im Sommer ist tatsächlich ein Problem für die Umwelt. Die geplanten Steuern haben aber allesamt einen Makel: Sie sind nicht zweckgebunden. Das eingenommene Geld müsste für den Umweltschutz verwendet werden. Nur dann wären es echte Ökosteuern.

MM: Überrascht, dass es jetzt ausgerechnet die PP ist, die Umweltsteuern einführt? Bislang waren die Konservativen ja eher gegen solche Abgaben.

Ramis: Letztendlich ist das nur ein weiteres Beispiel für die Pervertierung der politischen Sprache. Bei den geplanten Steuern geht es überhaupt nicht um den Umweltschutz, sondern nur darum, Mehreinnahmen zu schaffen. Die tatsächliche Politik der Konservativen ist nicht nachhaltig.

MM: Sollten Touristen auf Mallorca mit einer Umwelt-steuer belastet werden?

Ramis: Die 2002 und 2003 erhobene "Ecotasa" war nicht verkehrt. Denn sie war zweckgebunden. Das Geld wurde für den Umweltschutz verwendet. Das ist der Schlüssel: Eine solche Steuer muss zweckgebunden sein. Dann kann man sie auch den Touristen vermitteln. Ich bin überzeugt, viele Urlauber würden eine solche Abgabe gerne zahlen, wenn sie wüssten, dass das Geld der Bewahrung der mallorquinischen Umwelt zugute kommt.

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