Ses Covetes: Bürgermeister spielt auf Zeit

Gericht verdonnert Gemeindeoberhaupt zu Geldbuße

Ses Covetes |
Mallorcas berühmteste Bauruine: Die halbfertigen Apartmentblöcke am Es-Trenc-Strand.

Mallorcas berühmteste Bauruine: Die halbfertigen Apartmentblöcke am Es-Trenc-Strand.

Der Bürgermeister von Campos muss eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro zahlen, weil er den gerichtlich verordneten Zeitplan zum Abriss der Bauruinen von Ses Covetes am Es-Trenc-Strand nicht eingehalten hat. "Der Bürgermeister tut nichts und schweigt", heißt es in dem Gerichtsbeschluss.

Gemeindeoberhaupt Sebastià Sagreras hätte bis zum 15. Januar den Abriss der Apartmentsiedlung an Mallorcas Südküste in die Wege leiten und die entsprechenden schriftlichen Nachweise bei Gericht vorlegen müssen.

Medienberichten zufolge ließ er den Termin verstreichen, ebenso wie die vom Gericht daraufhin neu gesetzte Frist, die bis Montag, 25. Februar, dauerte.

Zwar lagen dem Gericht die Abrisspläne wie gefordert vor, es fehlte allerdings der Nachweis, dass die Umsetzung des Projektes bereits in die Wege geleitet sei. Der Abriss muss laut Gericht spätestens am 15. März beginnen und spätestens am 15. Mai abgeschlossen sein.

Die Gemeindeverwaltung Campos hat derweil ein neues Abrissprojekt eingereicht, das wesentlich niedrigere Kosten vorsieht als das bisherige, nämlich 452.000 Euro statt knapp 1,2 Millionen Euro.

Die Ersparnis kommt dadurch zustande, dass der anfallende Bauschutt nicht abtransportiert und entsorgt werden, sondern vor Ort vergraben und zur Landschaftsgestaltung dienen soll. Dieser Plan sei von den Behörden bereits genehmigt, schreibt die Tageszeitung "Ultima Hora".

Bürgermeister Sagreras, dessen Vater einer der Promotoren der Anlage war, beteuert derweil, den Abrisstermin einhalten zu wollen. Er müsse allerdings dafür sorgen, dass die Kosten für die Gemeinde so gering wie möglich gehalten werden. Daher die Verzögerung.

Die neue Frist zur Vorlage aller Unterlagen geht nun bis zum 4. März. Lässt Sagreras auch diesen Termin verstreichen, drohen ihm eine erneute Geldstrafe sowie ein Strafverfahren. (jm)

Kommentar

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Hermann / Vor über 6 Jahren

Vater & Sohn werden diese Schandflecken erhalten, koste es was es wolle.

Frank / Vor über 6 Jahren

Na ja, kann man schon nachvollziehen. Als Bürgermeister muss er das Wohl seiner Gemeinde im Auge haben. Nur weil er der Sohn des vermeintlichen Verursachers ist, muss er nicht gültige Gerichtsbeschlüße ignorieren. Leider spricht die Erfahrung ( =gesammelte Enttäuschungen ) eine andere Sprache. Mal sehen, ob die junge Generation sich aus dem Schatten der "Großen" lösen kann. Wäre gut für die Zukunft der Insel.