Königsschwester muss auf die Anklagebank

Richter beschließt: Auch Cristina hat sich im Gerichtssaal zu verantworten

Das Archivfoto zeigt Cristina beim Gang zur richterlichen Vernehmung im Februar 2014 in Palma  de Mallorca.

Das Archivfoto zeigt Cristina beim Gang zur richterlichen Vernehmung im Februar 2014 in Palma de Mallorca.

Foto: Foto: Joan Torres

Cristina, die Schwester des spanischen Königs Felipe, wird sich wie 16 weitere Beschuldigte im kommenden Jahr wegen des Verdachts der Korruption vor Gericht verantworten müssen. Das hat der Ermittlungsrichter in Palma, José Castro, entschieden. Der Beschluss wurde am Montag veröffentlicht.

Neben Cristina muss auch ihr Ehemann Iñaki Urdangarin auf der Anklagebank Platz nehmen. Ihm und dem ehemaligen Geschäftsführer der Sportstiftung Nóos, Diego Torres, drohen lange Gefängnisstrafen, sollten die beiden wegen Korruption für schuldig befunden werden. Cristina soll zwar nicht aktiv an den fragwürdigen Aktivitäten des illegalen Abzweigens von öffentlichen Mitteln beteiligt gewesen sein, sich aber dennoch bereichert haben.

Die Beschuldigung der Infantin war bereits im Vorfeld in Justizkreisen äußerst umstritten gewesen. Der Anti-Korruptionsstaatsanwalt Pedro Horrach hatte im Fall von Cristina keine kriminellen Indizien ausmachen können. In dieser Frage kam es zwischen dem Richter und dem Staatswanwalt ungeachtet einer langjährigen engen Zusammenarbeit zur Entzweiung.

Platz nehmen auf der Anklagebank muss auch der ehemalige balearische Ministerpräsident Jaume Matas. Er soll gemeinsam mit Urdangarin Gelder in einstelliger Millionenhöhe veuntreut haben.

Der Beschluss des Richters gewährt eine Frist von 20 Tagen, damit die Anwälte der Beschuldigten ihre Verteidigung schriftlich einreichen können. Anschließend wird das Gericht in Palma mit der mündlichen Verhandlung den Prozess gegen die Angeklagten eröffnen – womit jedoch erst im Laufe des Jahres 2015 gerechnet wird.

Cristina hatte in der vergangenen Woche bereits 587.413 Euro bei Gericht hinterlegen müssen. Die Summe soll als Sicherheit dienen, falls die Infantin in dem künftigen Prozess für schuldig erklärt wird. (as)

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