"Der letzte Stierkampf in Palma"

| Palma de Mallorca |
Vor dem Coliseo Balear: Stierkampfgegner Guillermo Amengual ist zuversichtlich, dass es an diesem Ort nur noch einen Kampfabend

Vor dem Coliseo Balear: Stierkampfgegner Guillermo Amengual ist zuversichtlich, dass es an diesem Ort nur noch einen Kampfabend geben wird. Foto: Pere Bota

Foto: Foto: Pere Bota

Die Corrida für den 6. August in Palmas Stierkampfarena Coliseo Balear steht fest: Sechs Stiere sollen an diesem Abend ab 22 Uhr ihr Leben lassen, drei bekannte Toreros werden in Palma erwartet. Die Karten kosten zwischen 49,50 und 125,40 Euro.

Stierkampfgegner Guillermo Amengual ist sich aber sicher: "Es wird der letzte Stierkampf in Palma sein." Der Initiator der Kampagne "Mallorca sense sang" (Mallorca ohne Blut) ist Sprecher der Tierschutzorganisation Anima Naturalis und hat am Dienstag, 28. Juli, 130.000 Unterschriften bei der Stadt Palma eingereicht. Damit fordert die Vereinigung, Palma im Plenum am 30. Juli zur "stierkampffreien Stadt" erklären zu lassen. Es wäre die 20. Gemeinde auf Mallorca.

Es gilt als beschlossen, dass die Koalition aus PSOE, Més und Som Palma für die Abschaffung der Corrida stimmen wird. Die Sprecherin der PP-Opposition, Margalida Durán, forderte hingegen ein Referendum, bevor man Entscheidungen treffe. Die Beauftragte für Tierschutz der Stadt Palma entgegnete, dass die Abschaffung des Stierkampfes Teil des Wahlprogramms des "Pacte" war, der neuen linken Stadtregierung. Die Wähler hätten mit ihrer Abstimmung auch für eine Abschaffung dieser Tradition gestimmt.

Allein dadurch kann der Stierkampf in der Hauptstadt aber noch nicht verboten werden, ein Verbot dieser Tradition muss die Regionalregierung beschließen. Doch Amengual ist angesichts der neuen politischen Lage optimistisch. "Wir haben im Rathaus eine Mehrheit aus Sozialisten und linken Parteien und im Balearenparlament genauso", sagt er. Ein entsprechender Antrag des Stadtrats, jegliche Form von Tierquälerei abzuschaffen, wird an das Balearenparlament übermittelt.

(Den vollständigen Bericht lesen Sie in der jüngsten MM-Ausgabe, erhältlich am Kiosk auf Mallorca, sowie an den Bahnhöfen und Flughäfen in Deutschland; oder auf E-Paper.)

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Antonietta / Vor über 3 Jahren

Jedes Jahr werden alleine in Spanien über 40.000 Stiere getötet. Die Stierkampf-Industrie erhält schätzungsweise etwa 530 Millionen Euro an Subventionen von der EU. Ohne diese Mittel könnte das blutige Spektakel gar nicht stattfinden. Noch bevor die Tiere die Arena betreten, werden sie mit Elektroschocks traktiert. Oft verabreicht man ihnen Abführmittel und in ihre Augen wird Vaseline gerieben, um ihre Sehkraft zu trüben. In der Arena angekommen werden sie mit Lanzen und Speeren verletzt und gequält. Nach der grausamen Prozedur versucht schließlich der „Matador“, die geschwächten und panischen Tiere mit seinem Schwert zu töten. Oft genug verfehlt der Matador das Rückenmark und das Sterben dauert qualvoll lange.