Ein Mitglied des Bustamante-Clans beim Gang vor den Ermittlungsrichter. | Foto: Alejandro Sepúlveda

Diesmal hat ein Richter in Palma de Mallorca kein Nachsehen gehabt: Er ließ sechs Mitglieder des Hütchenspieler-Clans Bustamante an der Playa de Palma ins Gefängnis einweisen, unter ihnen den Vorstand der Familie.

Der Bande wird vorgeworfen, am vergangenen Sonntag einem niederländischen Paar beim Strandkiosk "Balneario 6" einen Hundert-Euro-Schein aus der Hand gerissen zu haben. Der Tourist, der an keinem Hütchenspiel teilgenommen hatte, verlangte sein Geld zurück. Da wurde er von sechs Angehörigen des Clans beschimpft und schließlich massiv bedroht. Anschließend stob die Bande in alle Richtungen auseinander.

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Der Niederländer rannte jedoch dem Mann mit dem Geld hinterher, bis die Polizei eingriff und im weiteren Verlauf sechs Tatverdächtige festnahm. Der Richter erließ Haftbefehl wegen des Verdachts auf Raub mit Gewalt und Bandenbildung.

Der Bustamente-Clan, der seit Jahrzehnten an der Playa de Palma aktiv ist, hatte sich bereits vor wenigen Tagen in der spanischen MM-Schwesterzeitung Ultima Hora geäußert. Jetzt sagte der Patron, seine Familie werde verfolgt. Der Clan habe keinerlei Probleme mit der Nationalpolizei und der Guardia Civil. Beamte der Eingreiftruppe der Lokalpolizei von Palma (GAP) hingegen würden die Hütchenspieler nötigen und ihnen die Einnahmen abnehmen. "Wir haben die Polizisten deswegen angezeigt. Seitdem machen die uns platt."

Einzelne Mitglieder der Polizeieinheit und Führungsoffiziere haben derzeit wegen des Verdachts der Korruption Ermittlungen der Justiz gegen sich laufen. Im Januar war ein großer Polizeiskandal an der Playa de bekannt geworden.