Untersuchungsrichter José Castro hat es auf Infantin Cristina abgesehen. Montage: UH

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Auf Mallorca laufen die Vorbereitungen für den Korruptionsprozess im Fall "Nóos" auf Hochtouren. Anfang der Woche wurde unter anderem die Sitzordnung bekannt. So ist vorgesehen, dass die mitangeklagte Infantin Cristina de Borbón in der letzten Reihe Platz nehmen soll.

Damit würde sie wie auf dem Präsentierteller direkt vor der Pressebank sitzen. Ob es tatsächlich dazu kommen wird, hängt von der Anwendung der so genannten "Botín-Doktrin" ab. Sie ist nach dem gleichnamigen Banker Emilio Botín benannt und besagt, dass wegen Steuerhinterziehung in der Regel keine Verhandlung erfolgt, sondern ein Strafbefehl ausgestellt wird.

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Da Infantin Cristina gegebenenfalls als letzte aussagen muss, wurde sie in der letzten Reihe platziert – allerdings nicht unbedingt diskret, sondern mit der Pressebank direkt zu ihrer Rechten. Begründet wird die Sitzordnung mit der geplanten Reihenfolge der Aussagen.

Zum Prozess haben sich über 600 Medienvertreter aus dem In- und Ausland akkreditiert. Es geht um die gemeinnützige Stiftung Nóos, über die Cristinas Ehemann Iñaki Urdangarín mit seinem Partner Diego Torres eine Millionensumme aus öffentlichen Kassen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll. Insgesamt sind 18 Personen angeklagt. (mic)