Wer will den Kongresspalast betreiben?

Palma de Mallorca |
Schmuck sieht er aus, der neue Kongresspalast in Palma de Mallorca. Nun fehlt nur noch ein Betreiber.

Schmuck sieht er aus, der neue Kongresspalast in Palma de Mallorca. Nun fehlt nur noch ein Betreiber.

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Jahrelang wurde dieser Tag herbeigesehnt, nun ist es so weit: Die Vermietung des Kongresspalasts in Palma de Mallorca wird ab diesem Samstag endlich öffentlich ausgeschrieben. 1.585.000 Euro im Jahr zuzüglich Mehrwertsteuer und einer Abgabe von fünf Prozent der Jahreseinkünfte müssen die zukünftigen Betreiber, die das Konferenzgebäude samt Hotel in Anspruch nehmen wollen, an die öffentliche Kongressgesellschaft von Palma zahlen. Das geht aus dem Offiziellen Amtsblatt der Balearen hervor.

Interessenten haben ab diesem Samstag 52 Tage lang Zeit, um ihre Anträge einzureichen. Der Pachtvertrag wird dann für voraussichtlich zunächst 15 Jahre vergeben. Ziel ist es, einen privaten Betreiber zu finden. Sollte dies nicht der Fall sein, dann sei als zweite Option vorgesehen, den Kongresspalast mit einem öffentlichen Träger zu betreiben.

Die Geschichte des "Palau" scheint unendlich. Er blickt auf zehn Jahre Bauarbeiten inklusive diverser Unterbrechungen und Rechtsstreitigkeiten zurück, die teilweise bis heute anhalten. Zuletzt war auch an dem Vorhaben, Hotel und Tagungszentrum "im Paket" zu verpachten, Kritik geübt worden, da die Geschäftsfelder völlig unterschiedlich seien. Insgesamt sind mehr als 100 Millionen Euro an Steuergeldern in den Palast geflossen. (somo)

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M. Sastre / Vor über 3 Jahren

@Claus Dott,

ich kann ihnen weitgehend nur zustimmen. Die ganze Sache wird ein Verlustgeschäft, auch deshalb, weil produktive Konferenzen einen bestimmten nüchternen Rahmen benötigen. Im Anzug oder Kostüm trockene Themen langatmig zu bearbeiten, während draußen die Touristen in der Sonne flanieren, ist für alle Teilnehmer hochgradig frustrierend. Arbeitsatmosphäre und Urlaubsfeeling sind nunmal schlecht unter einen Hut zu bringen . Von einigen Werbehappenings und Verkaufsmessen einmal abgesehen. Die Verwerfungen in Teilen des außereuropäischen Auslandes sind tatsächlich ein unverdienter Glücksfall, nur stehen wir gerade am Anfang dieser Entwicklung. Wie bitte, möchte denn die Europäische Union die Ursachen der Flüchtlingskrise beseitigen? Die sind wohl Größenwahnsinnig sich dazu imstande zu sehen! Die Gefahr für Mallorca liegt deshalb meines Erachtens weniger in der Befriedung anderer Urlaubsregionen, sondern in einem weiteren Verfallsprozeß, der auf Europa übergreifen wird und den Tourismus der derzeit noch zahlungskräftigen und erlebnishungrigen Nordeuropäer zum Erliegen kommen lassen wird. Wenn dies geschehen sollte, stünde Mallorca mit seinem Wirtschaftsmodell insgesamt schnell mit heruntergelassenen Hosen da. Für dieses Jahr warte ich erst einmal gespannt darauf, bis der erste Politiker/-in öffentlich zugeben muss, das wir in ein erhebliches Wasserversorgungsproblem hineinschlittern...

Claus Dott / Vor über 3 Jahren

Dieses Objekt ist eine Mammut Aufgabe, ich bezweifle das dieses Kongresszentrum jemals Gewinne abwirft. Als Riesenerfolg würde ich schon einen verlustfreien Betrieb ansehen. Wenn man die nackten Zahlen einmal für sich sprechen lässt. Muss man feststellen dass dieses Objekt mindestens 150 Jahre braucht um überhaupt die Kosten seiner Erstellung wieder hereinzuholen. Ich habe über 30 Jahre Berufserfahrung im Marketing und in der Promotion. Mit meinen deutschen Partnern habe ich unbekannte Produkte bis zu Weltmarkt geführt. Aber kein Unternehmer der bei Verstand ist wird dieses Kongresszentrum führen oder dort Gelder investieren. Alleine die Vorbereitungen für eine regelmäßige Buchung des Centers. Wird mit Sicherheit mindestens ein Jahr und bis zu drei Jahre dauern. Wenn man jetzt die Miete und Betriebskosten und das Personalaufkommen dazu rechnet, kommt man auf etwa 3 Millionen € im Jahr. Diese müssten von dem Betreiber aufgebracht werden und da hat der Betreiber noch nicht mal einen Cent verdient. Qualifiziertes Personal zu finden, halte ich auch für eine sehr große Aufgabe. Dieses ganze Projekt zeigt das Hauptproblem was Mallorca hat. Korruption und Korruption und noch einmal Korruption. Wenn die jetzige Regierung es schafft und auch weiter im Amt bleibt dann hat's dieses Kongresszentrum eine Chance in ein paar Jahren Verlust frei zu arbeiten. Alles andere oder andere Aussagen sind Hirngespinste. Ich persönlich habe schon vor Jahren darauf hingewiesen das die Sache ein Betrug am Steuerzahler ist. Solange nicht gnadenlos gegen Korruption und Vetternwirtschaft vorgegangen wird. Wird diese Insel niemals aus ihren roten Zahlen rauskommen. Ich schätze das jedes Jahr mindestens 1 Milliarde durch Steuerhinterziehung dem Staat verloren geht. Und so lange die Regierung und korrupte Behörden nicht gegen dieses Unwesen ins Feld ziehen wird sich auch nichts ändern. Mallorca hat nur Glück das durch den Terrorismus die Urlauberzahlen steigen. Aber durch die Flüchtlingskrise ist die europäische Union aufgewacht um jetzt die Ursachen der Flüchtlingskrise zu beseitigen. Nach meiner Berechnung haben sie fünf Jahre Zeit um das in den Griff zu kriegen. Denn nur der Terrorismus sorgt für gute Umsätze auf Mallorca. Und nicht weil die Insel so super toll ist !

Dieter / Vor über 3 Jahren

Entweder wird das ein "privater Betreiber" über Quersubventionen stemmen, welcher er an anderer Stelle von der "öffentlichen Hand" genau dafür - in Form eines besonders lukrativen Auftrags - zugeschanzt bekommt, oder die "öffentliche Hand" macht es direkt. So oder so. Der ehrliche Steuerzahler wird dafür geradestehen.

Die Kuh muss vom Eis, weil die nächsten Wahnsinnsprojekte sonst nicht durchzusetzen sind.