Frauenhandel mit Nigerianerinnen reichte von Ibiza bis München

Ibiza |
Die Frauen mussten in einer engen Unterkunft auf Matratzen hausen.

Die Frauen mussten in einer engen Unterkunft auf Matratzen hausen.

Foto: Polizei

Die spanische Polizei hat in Zusammenarbeit mit deutschen Kollegen 24 Menschen festgenommen, die Frauen aus Nigeria nach Europa schleusten und dort zur Prostitution zwangen. Eine mutmaßliche Anführerin des Rings soll zur Tarnung in einem Flüchtlingsheim in Deutschland gelebt haben.

Die Polizei konnte in Spanien 21 Frauen befreien, die unter prekären Bedingungen leben mussten. Teilweise teilten sich vier Frauen ein Ein-Personen-Bett zum Schlafen, berichtete die spanische Tageszeitung Ultima Hora am Freitag unter Berufung auf Agenturen. In einem Fall mussten 17 Frauen in einer 30-Quadratmeter-Wohnung hausen.

Von den 24 Personen wurden 7 auf Ibiza, die weiteren auf dem spanischen Festland verhaftet. Eine Frau, die als Hauptbeschuldigte verdächtigt wird, wurde von der Polizei bei der konzertierten Aktion in München festgenommen.

Der Menschenhändlerring hatte vor allem sehr junge Nigerianerinnen mit falschen Arbeitsversprechungen nach Europa gelockt, eine von ihnen war erst 16 Jahre alt. Wenn die Frauen sich weigerten, als Prostituierte zu arbeiten, wurde ihnen mit dem Tod per Voodoo-Zauber gedroht.

Die jungen Frauen wurden spanienweit häufig auf neue Bordelle und Unterkünfte verteilt. Die Reisen erfolgten mit den Ausweispapieren von legal in Europa lebenden Afrikanerinnen. Eine Vielzahl der Frauen war in den Sommermonaten auf der Nachbarinsel Ibiza zur Straßenprostitution gezwungen worden.  (as)  

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