Palmas Polizeidezernentin Angélica Pastor und der neue Polizeichef Josep Palouzie waren am Montag vor die Presse getreten, um über den Vorfall zu informieren.

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Die Lokalpolizei von Palma den Mallorca wird offenbar von einem neuen Skandal überrollt. Wie die spanischen  Tageszeitung Ultima Hora unter Berufung auf Nachrichtenagenturen am Montag online berichtete, könnte der Stadt durch das Verhalten der Polizisten und ihrer Vorgesetzten seit 2012 ein Schaden vom 18 Millionen Euro entstanden sein. Der Grund: Die Beamten waren anscheinend viel weniger im Dienst als vorgeschrieben und bezahlt.

Palmas Polizeidezernentin Angélica Pastor und der neue Polizeichef Josep Palouzie waren am Montag vor die Presse getreten, um über den Vorfall zu informieren. Die Zustände seinen im Rahmen einer Auseinandersetzung mit der Polizeigewerkschaft CSIF ans Licht gekommen. Dabei ging es um einige Beamte, die ihre Überstunden nicht ausreichend entlohnt sahen. Das Rathaus gab daraufhin eine Studie in Auftrag, und die erwies sich als vollkommene Überraschung: So hatten zwar 35 Prozent der Bediensteten Überstunden angesammelt, denen die Stadt noch die Bezahlung schuldete, aber 65 Prozent aller Polizisten hatten ihre vorgeschriebene Arbeitszeit von 1642 Stunden im Jahr gar nicht erfüllt.

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Schuld an Zuständen sei ein Vergütungssystem, das im Rahmen einer Umstrukturierung der Lokalpolizei von der konservativen Rathausführung im Jahre 2012 in Kraft gesetzt worden war. Kontrollen über die geleisteten Arbeitsstunden habe es hingegen nicht gegeben. Die Polizeidezernentin Pastor sprach von einer "Ungeheuerlichkeit". Die sozialistische Ratshausführung sieht in der umstrittenen Umstrukturierung mutmaßliche Anzeichen strafbarer Handlungen und hat den Inhalt der Studie an das Gericht weitergeleitet.

Der dortige Ermittlungsrichter ist ohnehin mit der juristischen Aufarbeitung diverser Skandale rund um die Lokalpolizei beschäftigt. In der Hauptwache an der Sant-Ferran-Straße dürften indes die Nerven blank liegen.