Großes Projekt zur Weinreben-Veredelung in Biniagual

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Nachdem man herausgefunden hatte, dass amerikanische Weinreben den Reblausbefall ihrer Wurzeln überlebten, verwendete man diese

Die Stecklinge werden für die Veredlung vorbereitet.

Foto: Elena Ballestero

Auf einem Versuchsfeld der Bodega Biniagual in Binissalem werden erstmal Rebstöcke veredelt. Dazu werden auf insgesamt 340.000 Wurzeln aus amerikanischem Rebmaterial Setzlinge autochtoner Sorten wie Callet, Manto Negro, Moll, Giró Gros und Golassa aufgepfropft. Das hat die mallorquinische Tageszeitung Ultima Hora berichtet.

Diese Herstellung der Pfropfreben, die der Neuanlage von Weinfeldern dient, wurde bisher stets in der Rebschule "Viveros Villanueva" in Navarra in Auftrag gegeben. Doch seit im November auf Mallorca erstmals das für Pflanzen tödliche Feuerbakterium entdeckt wurde, gilt ein striktes Ausfuhrverbot für Gewächse aller Art.

Auf Weinreben der Insel wurde der Erreger "Xylella" bisher nicht entdeckt. Sobald das Ausfuhrverbot aufgehoben wird, wolle man die Veredelung der Stecklinge wieder aufs Festland verlagern, erklärte Andreu Joan, Leiter des Landwirtschaftsamtes beim Inselrat.

Grund für die amerikanischen Wurzelstämme der mallorquinischen Sorten ist übrigens die Reblaus. Nach der großen Plage Ende des 19. Jahrhunderts, bei der beinahe alle europäischen Sorten zerstört wurden, fand man heraus, dass die amerikanischen Weinreben den Reblausbefall ihrer Wurzeln überlebt hatten und gegen die Erreger imun sind. Die amerikanische Unterlagsrebe dient also dazu, den Weinstock reblausfest zu machen.

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