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Der umstrittene Stierlauf von Fornalutx wird im kommenden September nicht stattfinden. Grund: Die Gemeinde kann nicht wie gefordert nachweisen, dass der "Correbou" über eine 100-jährige Tradition verfügt.

Bei dem Spektakel aus Anlass des Dorffestes wurde jedes Jahr ein angeseilter Jungstier durch die Gassen getrieben, anschließend kam das Tier zum Schlachter. Tierschutzorganisationen protestieren seit Jahren gegen das Spektakel, das von den Einwohner von Fornalutx mehrheitlich jedoch verteidigt wird. Zuletzt sah es so aus, als ob der Correbou selbst das neue Tierschutzgesetz der Balearen-Regierung überleben würde. Bündnispartner PSOE hatte den Fortbestand durchgesetzt, weil die Genossen im Dorf mit Parteiaustritten gedroht hatten.

Umso überraschender die heutige Ankündigung von Bürgermeister Antoni Aguiló, dass der Stierlauf in diesem Jahr nicht stattfinden werde. Aguiló erklärte, es  sei nicht gelungen, mit Dokumenten nachzuweisen, dass die Fiesta schon seit mehr 100 Jahren stattfindet. Einen solchen Nachweis hatte die Balearen-Regierung auf der Basis der geltenden Gesetze jedoch gefordert. Bislang war man davon ausgegangen, dass der Nachweis der 100-jährigen Tradition kein Problem darstellen würde. (jog)